Soundcheck

Hier findest du aktuelle CD-Kritiken. Du möchtest deine Meinung dazu sagen oder selbst ein Album vorstellen? Dafür gibt es unten die Kommentarfunktion.


Nelly Furtado startet Deutschlandtour in München

München (dpa) - Für einige Minuten ließ Nelly Furtado in München Kurt Cobain wieder auferstehen. Selbst Klänge des Nirvana-Hits «Smells Like Teen Spirit» mischte die 29-jährige Sängerin in einen ihrer Songs und unterstrich damit ihr bemerkenswert breites Repertoire.
Folk kennt man von der Kanadierin mit portugiesischen Wurzeln, ebenso eingängige Pop-Nummern und Hip-Hop-Kooperationen mit den US-Musikern Timbaland oder Justin Timberlake. Die etwa 10.000 Zuschauer in dem nur knapp zur Hälfte gefüllten Reitstadion Riem lernten die diesjährige Echo-Gewinnerin aber auch von einer rockigen Seite kennen.
Zum Deutschlandauftakt ihrer «Get Loose Open Air»-Tournee sprang Furtado in der rund 90-minütigen Show von einem Musikstil zum nächsten und schlüpfte dabei in schrille 80er-Jahre-Outfits - als hätte sie im Jahr des 50. Geburtstags von Madonna noch einmal an deren modische Jugendsünden erinnern wollen.
Passend zum Abschluss stimmte Furtado dann mit einer schneeweißen Gitarre in der Hand und einem Feuerspiel auf der großen Leinwand im Bühnenhintergrund «All Good Things (Come to an End)» an.

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Céline Dion startet Deutschlandtour in Berlin

Berlin (dpa) - Céline Dion weiß, wie sie hartgesottene Fußballfans selbst während der EM zu ihren Konzerten lockt. Mit Mini-Kleid in pink und schwindelerregend hohen Schuhen.
Aber vor allem mit einer unerschütterlichen Stimme begeisterte der Weltstar in Berlin das Publikum, das trotz des Deutschlandspiels gegen die Kroaten zahlreich erschienen war. Unter freiem Himmel herrschte bei dem ersten Konzert ihrer Deutschlandtournee Stimmung wie im Stadion: Mit «La Ola»-Wellen feuerten die rund 16.000 Fans die Sängerin an - schon bevor sie die Waldbühne betrat.
Die sonst eher unterkühlt wirkende Künstlerin gab sich während des gesamten Konzerts bodenständig und herzlich. Zur Freude der Zuschauer sang sie sogar einige Zeilen in deutscher Sprache. Sichtlich Spaß hatte sie bei den energiegeladenen Choreographien ihrer Tanztruppe, bei denen sie ausgelassen mittanzte. Ein Höhepunkt der glanzvollen Show war ihre emotional dargebotene Ballade «My Love», bei der der zierlichen Sängerin die Tränen in den Augen standen. Ihr Repertoire reichte von weichen Schmusesongs bis zu leidenschaftlicher Rockmusik. Als Hommage an den Queen-Sänger Freddy Mercury sang sie eine überzeugende Version von «The Show Must Go On».
Bis zum 22. Juni ist die Popdiva auf weiteren deutschen Bühnen in Frankfurt am Main, Stuttgart, Hamburg, Köln und München zu sehen.

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Hektischer Tourstart von Alanis Morissette

Frankfurt/Main (dpa) ¬ Mit «Aromen der Verwirrung» lässt sich der Titel des neuen Albums von Alanis Morissette, «Flavors of Entanglement», übersetzen.
Ein wenig verwirrt schien die kanadisch-US-amerikanische Sängerin, die in den 90er Jahren mit Hits wie «Ironic» zu einer Ikone des Alternativ-Rock wurde, auch beim Auftaktkonzert ihrer Deutschlandtournee in Frankfurt.
Emotionale, kraft- und gefühlvolle, gitarrengeprägte Rocksongs mit außergewöhnlichen Texten waren das Markenzeichen von Alanis Morissette. Morissette zollte dem frühen Erfolg Tribut, in dem sie einen Großteil des Konzerts mit ihren frühesten Hits bestritt. Die Songs ihres neuen Albums dosierte sie sparsam.
Hektisches Licht, hektische Bewegungen, hektische Spielweise - die hyperaktive Morissette und ihre durchaus hochklassigen Musiker dröhnten das Publikum mit Songs zu, die diese brachiale Darbietung eigentlich nicht vertragen. Nach Konzerten in ganz Europa kehrt Morissette im Juli nach Deutschland zurück: München (7.7.), Berlin (8.7.), Hamburg (9.7.), Köln (10.7.).

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Heißes Newcomer-Festival in Hamburg

Hamburg (dpa) - Das war mehr als nur heiße Luft: Sechs Stunden Live-Musik bei Temperaturen um vierzig Grad gab es in der mit 1300 Zuschauern gut gefüllten Hamburger Markthalle.

Die besten zwölf von insgesamt über achtzig Bands präsentierten sich beim Norddeutschland-Finale des Emergenza-Bandwettbewerbes, dem weltweit größten Vergleich vertragsloser Musiker. Im vierten Anlauf erspielte sich die Lübecker Ska-Punk-Truppe Die Fischer das Ticket zum Deutschland-Entscheid beim Sonnenrot Festival in Geretsried bei München am 1. und 2. August dieses Jahres.

Der als bester Gitarrist des Abends gekürte Arvid Prigge von In Rock We Trust sorgte mit seinem Solo auf dem Jury-Pult für den Moment des Abends und wurde vom Publikum ausgiebig gefeiert. «Das war Live-Musik auf allerhöchstem Niveau. Ich bin mit dem gesamten Ablauf seit der Vorrunde mehr als zufrieden», bilanzierte Organisator Peter Bauer nach der Ergebnis-Bekanntgabe in den frühen Morgenstunden.

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Bon Jovi startet Europa-Tour

Gelsenkirchen (dpa) - Als der US-Rockstar Jon Bon Jovi den Titelsong zum Auftakt seiner gleichnamigen «Lost Highway»-Europa- Tournee anstimmt, hält es kaum einen Fan auf den Sitzen.
Mit einer technisch ausgefeilten Show versetzte der 46-Jährige die 40.000 Besucher in dem nicht ganz ausverkauften Stadion von der ersten Minute an in Hochstimmung.
Vor dem Hintergrund von Projektionen auf mehrere riesige Großbildleinwände präsentierte die gleichnamige Band mit ihrem Frontmann ein mehr als zweistündiges Programm. Auf den Klassiker «Bed of Roses» warteten die Fans allerdings vergeblich. Spätestens als der US-Star den Namen des Veranstaltungsorts «Gelsenkirchen» halbwegs fehlerfrei über die Lippen brachte, war ihm die Sympathie seiner Fans jedoch sicher.
Nach dem Auftakt zur Europa-Tour in Gelsenkirchen präsentiert sich die Band in Deutschland noch in München (24.5.), Leipzig (25.5.), Hamburg (28.5.), Stuttgart (29.5.) und Frankfurt (3.6.).

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Kylie Minogue meldet sich mit Glamour-Show zurück

Stuttgart (dpa) - Kylie Minogue entsteigt einem Netz aus leuchtenden Fäden, zu ihren Füßen räkeln sich insektenhafte Robotermenschen und über riesige Videowände flackern grelle Bildnisse der Diva. So startete die australische Popsängerin ihre Deutschlandtour. Das Konzert in Stuttgart war ein fantastisches Spektakel aus Licht, Sound und Kostümen. Vor rund 8000 Fans präsentierte die 39-Jährige die aufwendigste Show ihrer Musikkarriere. Mehr als zehn Millionen britische Pfund (12,6 Millionen Euro) soll «KylieX2008» gekostet haben. Ihr Publikum schien zunächst mehr erschlagen als verzaubert - bis die Sängerin ihren Charme ausspielte. Rasante Kulissenwechsel sorgten für Tempo: Bei Minogues zweitem Auftritt war die Bühne in die Farben der amerikanischen Flagge getaucht. In acht verschiedene Kostüme schlüpfte die zierliche Diva. 14 Tänzer und Akrobaten sowie eine Liveband mit Trompeten und Saxofon begleiteten ihre Auftritte. Minogue präsentierte vor allem Songs von ihrem neuen Album «X», aber auch einige frühere Lieder wie «Can't Get You Out Of My Head» und «Step Back In Time». Superhits wie «Locomotion» und «I Shall Be So Lucky», die sie Ende der 80er Jahre in die Charts katapultiert hatten, fanden sich allerdings nicht im Repertoire. Sie hätten auch kaum ins avantgardistische Konzertkonzept gepasst.

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«Music Hole»: Camille lässt ihre Stimmen los

Hamburg (dpa) - Ihre Stimme ist ihr größtes Instrument, das sagt sich so einfach, aber im Falle von Camille stimmt es einmal wirklich. Dabei verfügt die 1978 in Paris geborene Sängerin über ein ganzes Arsenal von Stimmen, um einfach jeder Stimmung Ausdruck zu verleihen.
«Music hole», das neue Album der Vokalkünstlerin, gleicht einer Tour de Force durch einen ganzen Stimmen-Kosmos - elf inbrünstige Songs mit klugen Texten, irrlichternd zwischen unbändiger Euphorie und tief empfundener Melancholie. Ein Popwunder made in France.
Jeder Song hat seinen ganz eigenen Charakter. Der Opener kommt furios als gerappter Gospel daher, «canards sauvages» klingt wie afrikanische Stammesmusik, «Home is where it hurts» ist ein rhythmisch vertrackte, tieftraurige Ballade, mit «the monk» entschwebt Camille in die Höhen sakraler Polyphonie, bei «cats and dogs» scheint ein ganzer Zoo über die Tonspur zu laufen. Sehr fetzig ist ihr «money note» geraten, eine funky R&B-Extravaganza.
www.camille-music.com

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Madonna im Schatten der Hip-Hop-Götter

London (dpa) - Unter einem Süßwarenladen, den Pop-Königin Madonna betreibt, stellt man sich ein exzentrisches Geschäft mit allerlei verführerischen Leckereien vor. Doch die Songs auf Madonnas neuem Album «Hard Candy» - wörtlich übersetzt «harte Süßigkeit» - haben alle einen ähnlichen Nachgeschmack.
Von außen verspricht die Platte zwar einen bitter-süßen Rausch, sie klingt aber nach einem Gemisch aus Hip-Hop, R&B und Dance, wie es Tag für Tag aus US-Radios dröhnt. Kurz vor ihrem 50. Geburtstag erscheint Madonna nicht wie eine Neuerfindung ihrer selbst, sondern eher wie eine Kopie von Nelly Furtado oder Britney Spears.
Denn für ihr elftes Studioalbum arbeitete Madonna erstmals mit den Produzenten Timbaland, Justin Timberlake und Pharrell Williams zusammen - den US-Größen des Hip-Hop-Geschäfts, die teils auch hinter den Songs von Spears und Furtado stecken. Timberlake taucht in fünf Liedern selbst auf, darunter auch in der ersten Singleauskopplung «4 Minutes». Diese stürmte zwar sofort die Hitlisten und ist ohne Zweifel ohrwurmtauglich und tanzbar. Doch es sieht so aus, als sei Timberlake derjenige, der den Ton angibt, und nicht die «Queen of Pop». www.madonnamusic.de

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Smoke Blow: Punk-Koloss von der Küste

Hamburg (dpa) - Zweieinhalb Jahre hat sich die Kieler Band Smoke Blow Zeit für ihr neues Album gelassen. Für die Fans hat sich das Warten gelohnt, denn mit «Colossus» legen Smoke Blow ein erstaunlich hitverdächtiges Album vor, auf dem sich zum ersten Mal auch deutschsprachige Texte finden.
Innerhalb der deutschen Punkrock- und Rock-Szene sind Smoke Blow eine feste Größe. Seit 1997 spielen die sechs Kieler Musiker bereits zusammen und haben seitdem fünf Alben veröffentlicht.
Smoke Blow sind das, was man gemeinhin derbe nennt, aber niemals stumpf. Pate gestanden haben für ihren Sound Punkrock-Veteranen wie die Misfits, Hardcore-Bands wie St. Vitus, Rock-Combos wie Turbonegro, aber auch der Einfluss von Deutschpunk ist auf «Colossus» zu hören. Aus all diesen Zutaten fabrizieren Smoke Blow ihren eigenen Stil, der auf dem neuen Album mehr als zuvor auf überraschend eingängige Hooklines in Kombination mit Härte setzt. Ein Blick auf die Titel von «Colossus» offenbart ebenfalls alles andere als Einfallslosigkeit oder Dogmatismus: Smoke Blow bedienen sich aus dem Fundus der assoziationsstärksten Schlagworte der Popdichtkunst und das auch noch in zwei Sprachen. Am Ende stehen Songtitel wie «Criminal» und «Millionaire» (erinnert an Rap) neben «Nuclear War» (Metal), «Swamp Creature» (Rock) sowie «Zombie auf'm Klapprad» (Deutschpunk) und «Am Strand» (Indie).

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Scorpions starten Russland-Tournee

St. Petersburg (dpa) – 11.000 begeisterte Fans in St. Petersburg haben die deutsche Rockband Scorpions zum Auftakt ihrer Russland-Tournee gefeiert.
Bandleader Klaus Meine sang eine russische Strophe des von den Zuhörern lautstark geforderten Songs «Wind Of Change», in dem die Band Anfang der 90er Jahre den politischen Wandel in Osteuropa beschrieb. Die russischen Scorpions- Fans bedankten sich mit frenetischem Applaus. Wie versprochen spielten die Scorpions viele Songs, die sich die Fans zuvor im Internet gewünscht hatten, darunter auch die Balladen «Holiday» und «Still Loving You». Bei ihrer bislang größten Russland-Tournee gibt die Hannoveraner Band bis zum 26. April noch in elf Städten Konzerte und reist dabei bis an die chinesische Grenze.
www.the-scorpions.com

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Fans feiern Tourauftakt der Backstreet Boys

Stuttgart (dpa) - Kreischen, Schmachten, Mitsingen - die Backstreet Boys sind wieder da. Ein bisschen älter als damals in ihrer großen Zeit in den 90ern - doch die vier US-Boys Nick, Howie, Brian und AJ lassen noch immer jede Menge Herzen höherschlagen.
Wobei auch diese im Durchschnitt etwas älter geworden sind. Begeistert feierten rund 3500 Fans in der Stuttgarter Porsche-Arena den Auftakt der Deutschlandtour. Bis Anfang Mai tourt die Boygroup durch insgesamt sieben Städte.
Zum Schluss regnete es zum Schmachtsong «Shape Of My Heart» weißes Konfetti auf die glückliche Menge. Zuvor hatten die vier US-Boys ihre damals wie heute überwiegend weiblichen Fans knapp zwei Stunden lang mit poppigen, rockigen, rappigen aber auch swingigen Titeln samt Hüftschwüngen überzeugt. Melodiöse R'n'B-Nummern waren da genauso dabei wie Balladen und der so typische mehrstimmige Gesang. Das Quartett präsentierte vor allem das Album «Unbreakable» samt dem aktuellen Hit «Helpless When She Smile» - bejubelt wurden aber natürlich vor allem ihre Nummer-1-Hits «I Want It That Way» und «Quit Playing Games (With My Heart)» aus den 90ern.
Weitere Stationen der «Unbreakable»-Tour sind München (3.4.), Leipzig (4.4.), Berlin (8.4.) Hamburg (9.4.), Frankfurt (21.4.) und Oberhausen (2.5.).

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Die Furys zelebrieren ihre Abschiedstour

Hannover (dpa) - Eine der erfolgreichsten deutschen Rockbands feiert ihren 20. Geburtstag - und nimmt zugleich wehmütig Abschied von den Fans. Irgendwie passt das gut zu Fury in the Slaughterhouse ¬– große Gefühle waren schon immer die Spezialität der Rocker aus Hannover.
Anfang der 90er Jahre erspielte sich das Sextett eine beachtliche Fangemeinde von Flensburg bis Ulm. Bei unzähligen 30- bis 40-Jährigen dürfte heute noch eine Fury-Scheibe im Regal stehen. Nun startete die Jubiläums- und Abschiedstour mit knapp 30 Konzerten, zudem gibt es eine neue Raritäten-CD inklusive DVD aller Videoclips.
Noch einmal bäumt sich also der schwarze Mustang auf, bevor er in den Schlachthof geführt wird. «Wir haben als Freunde angefangen und wollen auch als Freunde enden», begründet Frontmann Kai Wingenfelder (48) die Bandauflösung. Unterschiedliche musikalische Entwicklungen der Mitglieder («alles kreative Klotzköpfe») hätten ein weiteres Studioalbum unmöglich gemacht.
Ihre Ehrlichkeit hat sie von Beginn an sympathisch gemacht. Das waren keine gestylten Schönlinge, sondern echte Kerle, die ihre Musik lebten. Die Anzahl der Kuscheltiere oder BHs, die auf der Bühne landeten, war meist überschaubar. Mit dem Album «Mono» (1993) gelang der Durchbruch in den USA. Dort hätten sie inklusive Strech-Limo jedes Rockstar-Klischee ausleben können, berichtet Kai. Ein Magazin in Los Angeles feierte sie gar als «beste irische Band seit U2».
Von der Musik werden alle sechs in Zukunft nicht lassen können. Schon in der Vergangenheit waren sie mit Soloprojekten unterwegs, etwa Christof Stein-Schneider mit «Wohnraumhelden». Aber was geschieht direkt nach dem finalen Konzert am 30. August in Hannover, dem Ort, wo alles begann? Kai sagt: «Da wird erst mal geheult und danach wird ganz viel Flüssigkeit wieder reingetan, um es auszugleichen.»
www.fury.de

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James Blunt begeistert die Fans in Köln

Köln (dpa) ¬ So erfolgreich wie er singt derzeit kaum ein Popstar über die Liebe. Seit dem britischen Musiker James Blunt vor drei Jahren mit seinem Hit «You're Beautiful» der Durchbruch zum großen Star des Schmusepops gelang, schwimmt er auf einer Welle des Erfolgs.
Rund 15.000 Zuschauer verfolgten in der nahezu ausverkauften Kölnarena den Auftakt zu seiner Deutschlandtournee.
Von jungen Mädchen, die schmachtend jede Zeile mitsingen, über Familien bis hin zu älteren Ehepaaren reicht das Spektrum der Zuschauer in der Halle. James Blunt, der in grauem Anzug und weißem Hemd auftritt, ist der Mann für große Gefühle.
Als sich Blunt nach knapp eineinhalb Stunden in einem bunten Konfettiregen verabschiedet, bedanken sich seine Fans mit minutenlangem Applaus. Mit «1973» gibt es schließlich in der Zugabe auch den großen Hit des aktuellen Albums «All The Lost Souls» zu hören, nach dem auch seine Tour benannt ist.
James Blunt ist bei seiner Deutschland-Tour noch in Berlin (20.3.), Hamburg (27.3.), Stuttgart (30.3.) und München (31.3.) zu sehen. Darüber hinaus sind im Herbst weitere Konzerte in Deutschland geplant.

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Bryan Adams auf Akustik-Tour

Hamburg (dpa) - Für viele Kritiker ist er nur der Mainstream-Rocker, gehobenen Ansprüchen scheinen seine massentauglichen Radiohits und sentimentalen Balladen kaum zu genügen.
Doch Bryan Adams ist ein Großer, wenn auch ein leiser Großer des Rockzirkus'. Das beweist er weniger mit seinem neuen Album «11», das wieder eine grundsolide Rockplatte ist, als vielmehr mit der dazugehörigen Promotour - denn die ist weniger Werbung für das Album als Marketing in eigener Sache.
Ganz allein, nur mit Akustikgitarre zieht der 48-jährige Kanadier derzeit durch Europa: Elf Konzerte in elf Städten in elf verschiedenen Ländern. «Das ist eine tolle Atmosphäre hier, ich habe so etwas noch nie vorher gemacht», sagt Adams am Montagabend auf der Bühne des Hamburger St.-Pauli-Theaters.
Hier, im kleinen Saal, mit einer simplen Gitarre im Arm, zeigt sich die Qualität der vielen Hits, die Adams' in den vergangenen fast 30 Jahren geschrieben hat. Ob «Back To You», «Cuts Like A Knife» oder «Heaven»: Adams' rauchige Stimme trifft die Gefühle der Zuhörer, beim Luftgitarrenklassiker «Summer of '69» springt die Menge von den Sitzen, und «Run To You» erkennt jeder sofort auch ohne E-Gitarren- Riff.
Er ruht in sich, dieser 48-Jährige, der mit seinem drahtigen Körper im eng geschnittenen schwarzen Hemd, der stacheligen Kurzhaarfrisur und den wachen Augen eher wie ein Enddreißiger wirkt. Er ist eben Musiker, Punkt - und fast ein bisschen langweilig, so scheint es in einer unter Klatschüberfluss leidenden Welt.

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Alleskönnerin Alicia Keys begeistert

Frankfurt/Main (dpa) - US-Superstar Alicia Keys hat ihren Ruf als Alleskönnerin eindrucksvoll untermauert.
Bei ihrem ersten von zwei Deutschlandkonzerten begeisterte die vielseitige Sängerin die rund 8500 Fans in der nicht ausverkauften Frankfurter Festhalle mit einer abwechslungsreichen Show zwischen Gefühl und Partystimmung. Von ihrer Kehlkopfentzündung, wegen der die New Yorkerin kürzlich ihren Auftritt bei der Echo-Verleihung absagen musste, hatte sich das erfolgsverwöhnte Multitalent offenbar bestens erholt.
Alicia Keys kann singen: Ihr gewaltiges Organ, dem sie von sanften Tönen bis zu spitzen Schreien die ganze Palette abverlangt, sorgt für Staunen und Gänsehaut. Alicia Keys kann Klavier spielen: Mal streichelt sie die Tasten des auf einem runden Drehpodest platzierten schwarzen Flügels, mal hämmert sie wie wild drauf ein. Alicia Keys kann tanzen: Sie fegt über die diversen Ebenen der Bühne und absolviert die ausgefeilten Choreographien wie das Selbstverständlichste der Welt. Und Alicia Keys kann Lieder schreiben: Ob Ballade, R&B-Partykracher oder Soul-Stücke im Motown-Stil, ihre Songs haben Groove und Gefühl. Die stärksten Momente beim zweistündigen Konzert hatte Keys mit ihren Einlagen am Klavier. Das zweite Deutschlandkonzert ist am 13. März in Hamburg.

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Fulminant: Der Soundtrack zu «I'm Not There»

Hamburg (dpa) - Der amerikanische Regisseur Todd Haynes widmet sich dem Mythos Dylan mit einem faszinierenden Kaleidoskop, dessen Handlung man unmöglich nacherzählen kann. «I'm Not There» ist eine überaus spannende, vielschichtige Collage. Der Soundtrack zu diesem grandiosen Kaleidoskop ist fulminant, ein Doppelalbum der Extraklasse: 33 Coverversionen von Dylan-Songs, dazu der Titelsong «I'm No There» aus Dylans «Basement Tapes» von 1967, der bislang nur als Bootleg-Version vorlag. Die Sache hat Methode. Der Mann, der 1941 als Robert Allen Zimmerman in Duluth, Minnesota zur Welt kam, verschwindet am liebsten in seinem Werk, und so ist er auf diesem Album stets präsent und trotzdem nicht zu fassen.
Es gibt großartige Anverwandlungen, von Indie-Heroen wie Sonic Youth, Stephen Malkmus oder Yo La Tengo; die wunderbare Cat Power, die gerade ihr Coveralbum «Jukebox» heraugebracht hat, interpretiert «Stuck Inside Of Mobile With The Memphis Blues Again», einen der Schlüsselsongs des Film. Eddie Vedder (Pearl Jam) rockt sich durch «All Along The Watchtower», Richie Havens hat den «Tombstone Blues», von Karen O & The Million Dollar gibt es ein schön abgedrehtes «Highway 61 Revisited», das an Dylans Bootleg-Version aus Scorseses Doku «No Direction: Home» erinnert, und auch der surfende Chartstürmer Jack Johnson verneigt sich vor dem Meister.
Die Texas-Independents Calexico sind gleich mit fünf Songs dabei, einmal zusammen mit Country-Oldie Willy Nelson, und einmal mit Charlotte Gainsbourg in einer Version von «Just Like A Woman». Ein großes Tribut-Album zu einem fantastischen Film.
www.sonybmg.de
www.imnotthere-derfilm.de

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Smashing Pumpkins vor enttäuschender Kulisse

München (dpa) - Durch lange schwarze Trennbahnen war die Münchner Olympiahalle ohnehin schon um die Hälfte verkleinert, aber selbst auf den verbliebenen Rängen waren reihenweise Sitzplätze frei geblieben.
Im Innenraum vor der Bühne bahnten sich die Bierverkäufer ungewohnt entspannt ihre Wege. Die enttäuschende Kulisse von knapp 4000 Fans, vor der die Smashing Pumpkins zum Deutschlandauftakt ihrer Comeback-Tournee auftraten, war einer der bedeutendsten Rockbands der 90er Jahre unwürdig. Dies hielt die Chicagoer Musiker nicht davon ab, in einer gut zweieinhalbstündigen Show ihre vielgerühmten Live-Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis zu stellen.
Frontmann Billy Corgan nahm das geringe Zuschauerinteresse sogar mit Humor. «Viele unserer Fans von damals müssen gestorben sein, ansonsten wären sie sicher heute hier. Ich kann ihre Geister spüren», spielte Sänger, Gitarrist und Hauptsongschreiber Corgan scherzhaft auf die Kulisse an. «Lasst uns eine Schweigeminute für sie halten: Schhhh.» Außer dieser kleinen Spitze war von Missmut bei Corgan keine Spur, auch wenn selbst die erschienenen Fans sich gerade anfangs nur schwer mitreißen ließen. Sichtlich gut gelaunt und kämpferisch kündigte der als schwierig geltende 40-Jährige an, seine Band werde einfach gegen die lahme Stimmung anspielen.
Und das taten Corgan und Co. während ihres gut 150-minütigen Gigs, einem Best-of-Programm durch die Bandgeschichte. Ob «1979», «Tonight, Tonight» oder «Today» - die Musiker spielten fast alle großen Hits. In diesen Momenten sprang selbst bei den Münchner Fans zeitweise der Funke über.
Die Smashing Pumpkins gastieren noch am 23. Februar in Berlin, am 24. Februar in Oberhausen und am 26. Februar in Hamburg.

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«Back To Basics» in Sydney: Christina Aguilera auf DVD

Hamburg (dpa) - Fast neun Monate war Christina Aguilera unterwegs, um in über 70 Shows ihr drittes Album «Back To Basics» auf einer großen Welttournee live vorzustellen. Dabei machte der platinblonde Superstar im Juli 2007 auch in Australien Station.
Auf der DVD «Back To Basics: Live And Down Under» lässt sich sehen, was Xtina in Sydney gemacht hat. Das Konzert beginnt wie eine Galashow mit großem Fernsehballett. Die Musiker legen sich mit Saxofon und Posaune ins Zeug. Musikalisch hat sich die 27-Jährige entwickelt. Sie zitiert Jazzelemente, Blues, Reggae - das Konzert lebt von den Musikern, denen die Sängerin mit ihrer enormen Stimmkraft Paroli bieten kann.
Höhepunkt des Konzertes aber ist die Präsentation ihrer damals aktuellen Single «Hurt». Mit goldener Schleppe sitzt Aguilera allein auf einem Kneipentisch und erfüllt den Konzertsaal ganz mit ihrer Stimme. www.christina.de
www.sonybmg.de

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Get Well Soon: Wunderknabe aus der Provinz

Berlin (dpa). Diese Musik schöpft aus dem Vollen, Bescheidenheit ist nicht ihr Ding. Mit Pauken und Trompeten, mit Streichern und Chören, mit Mut zu Pathos und Experiment erobert Konstantin Gropper alias Get Well Soon sein Publikum.
Ende Januar stieg das Debüt mit dem Bandwurm-Titel «Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon» (City Slang) hoch in die deutschen Charts ein. Konstantin Gropper sieht den auch für ihn selbst unerwarteten Hype gelassen: «Der hat wohl damit zu tun, dass die Platte für alle irgendwie aus dem Nichts kommt», sagt der 25-Jährige.
Die Wurzeln von Get Well Soon liegen nicht in einer der Pop-Metropolen des Landes, sondern in der tiefsten Provinz - in Erolzheim im Oberschwäbischen.
Das erste Album allerdings entstand - man glaubt es kaum angesichts der orchestralen Pracht der 14 Stücke - weitgehend in Heimarbeit.
Bald will der Hoffnungsträger aus der Provinz auch jenseits der Grenzen für Furore sorgen ¬ am besten gleich im Pop-Mutterland England, wo sein Debüt im Mai erscheinen soll. Auf der Insel ist er immerhin nicht mehr ganz unbekannt: Im Vorjahr durfte Konstantin Gropper «nach heftiger Mundpropaganda durch unser Management» mit seiner siebenköpfigen Band beim weltberühmten Glastonbury-Festival auftreten - eine seltene Ehre für deutsche Popmusiker.
www.youwillgetwellsoon.com
www.myspace.com/youwillgetwellsoon
www.cityslang.com

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Roger Cicero bringt Fans zum Swingen

Lübeck (dpa) - Roger Cicero begeistert Fans aus allen Generationen. Wenn der Mann mit dem Hut auf der Bühne swingt, dann swingen Großmütter und ihre Enkelinnen gleichermaßen begeistert mit. Dieser Charme wirkte auch in Lübeck zum Auftakt seiner neuen Tournee «Beziehungsweise».
Vor rund 1000 begeisterten Fans in der ausverkauften Musik- und Kongresshalle präsentierten Cicero und seine Big Band viele Titel von seinem neuen Album und eine mitreißende Bühnenshow. Bis zum 12. April sind 43 Konzerte in Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz geplant.
Ein Blick in den Saal zeigte: Die Frauen waren deutlich in der Überzahl.
Musikalisch zeigten sich Cicero und seine elf Musiker vielseitig, in seinen typischen Swing im Big Band-Sound mischten sich auch Jazz- und Salsa-Rhythmen. Einen ruhigen und anrührenden Moment lieferte Cicero mit dem Lied «Ich hätte so gerne noch Tschüs gesagt», einer Erinnerung an seinen Vater, den 1997 im Alter von nur 57 Jahren gestorbenen Jazzpianisten Eugen Cicero. Die Tour endet am 12. April mit einem Konzert in Hamburg. Weitere Infos unter www.roger-cicero.de.

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Die Kunst des Brüllens: Linkin Park auf Deutschland-Tour

Hannover (dpa) ¬ Es scheint, als müsse Chester Bennington nur aus Leibeskräften brüllen, und schon lösen sich die Fesseln der musikalischen Genre-Grenzen.
Die Stimmgewalt des Frontmanns der US- amerikanischen Rockband «Linkin Park» ist die Konstante des Konzerts, mit dem die Musiker am Mittwochabend in Hannover ihre Deutschland- Tour gestartet haben. Benningtons Gebrüll ist ein Kunstwerk für sich. Ihr Potpourri verschiedenster Musik-Genres hat «Linkin Park» inzwischen 40 Millionen Platten verkaufen lassen und die sechs Jungs aus Kalifornien zu strahlenden Grammy- und Echo-Gewinnern gemacht. 12 000 Zuschauer bejubelten in Hannover den Tourauftakt.
Wann Sänger Bennington beim Brüllen im Stakkato überhaupt Luft holt, bleibt sein Geheimnis. Die Adern am Hals schwellen an, sein Kopf schnellt zurück, die Hände würgen das Mikro und er schmeißt seine Stimmgewalt mit dem ganzen Körper nach vorn ins Publikum. Keine Spur vom gurgelnden Kauderwelsch schwarz-dumpfer Metal-Stimmen. Schließlich dümpelt «Linkin Park» ja auch im Mainstream. Und da gibt es feste Routen.
Damit sie nicht aus dem Mainstream gespült werden, haben «Linkin Park» die aktuelle Platte «Minutes To Midnight» vom Erfolgsgaranten Rick Rubin (Johnny Cash, Red Hot Chili Peppers) produzieren lassen. Und so gibt es gar ein Stück, in dem Bennington Brüll-Pause hat: «Valentine's Day».

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Hymnisch: Ringo Starrs neues Album «Liverpool 8»

Hamburg (dpa) - Liverpool feiert sich als Kulturhauptstadt, und natürlich darf zu diesem Anlass Ringo Starr nicht fehlen.
Beim Eröffnungskonzert vor über 50.000 Menschen im Zentrum der wirtschaftlich prosperierenden Hafenstadt am Mersey ließ sich der Ex-Beatle mit seinen Kollegen im einem Container auf die Bühne hieven, die Musiker traten in Bauarbeiterkleidung auf. Das passt ganz gut, Ringo Starr verstand sich immer als ehrlicher Arbeiter, geniale Höhenflüge waren noch nie sein Ding.
«Liverpool I left you, but I never let you down», heißt es im hymnischen, zum Mitklatschen animierenden Titelsong.
So kommt «Liverpool 8» als routiniert aufgestellter, vom erfahrenen Dave Stewart («Eurythmics») produzierter Gemischtwarenladen daher. «If it's Love That You Want» klingt exakt wie die frühen Beatles, es gibt Ausflüge in Blues, Skiffle und Country, dann lassen säuselnde Sitarklänge bei einem Popsong wie «Gone are the Days» aufhorchen.
Ringo Starr, der Mann im Hintergrund, ist sich treu geblieben, sein neues Album «Liverpool 8» ist handwerklich ohne Fehl und Tadel, birgt aber auch keinerlei Überraschungen.

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«Amazing Journey»: Die Geschichte der Who auf DVD

Hamburg (dpa) - Ein «drogenverseuchter» Macho-Haufen, in dem Konflikte nicht selten mit den Fäusten ausgetragen wurden - das waren lange Zeit The Who, an deren Anfangstage sich Pete Townshend mit Schrecken erinnert.
«Ich zog mit dieser schrecklichen Bande von Raufbolden durch die Gegend», meint der musikalische Kopf und geniale Gitarrenzertrümmerer in der Doku «Amazing Journey: The Story Of The Who», die jetzt als Doppel-DVD erschienen ist und die spannende Geschichte der Mod-Kapelle erzählt, der mit dem Hit «My Generation» 1965 der ganz große Durchbruch gelang.
Die Story wurde 1975 von Regisseur Ken Russell mit der Band, Oliver Reed, Jack Nicholson sowie Auftritten von Eric Clapton, Tina Turner und Elton John verfilmt. 1992 debütierte die Rockoper schließlich als Musical-Version am Broadway, mit Folgeproduktionen in London, Kanada und Deutschland.
Durch «Tommy» wurden The Who schließlich auch zu einer richtigen Band, fand jeder endlich seinen Platz in diesem schwierigen Gefüge. 1983 lösten sich The Who offiziell auf, kamen aber später wieder zusammen, um dem hoch verschuldeten John Entwistle zu helfen. Pete Townshend und Roger Daltrey sind heute die dicksten Freunde.
www.thewhomovie.com

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Die neue Britney: «Hannah Montana» ist eine Teen-Sensation

New York (dpa) - Wenn «Hannah Montana» die Bühne betritt, setzt ein ohrenbetäubendes Kreischen ein. Es ebbt während der nächsten zwei Stunden nicht mehr ab. Das Publikum ist bis auf den letzten Platz voll besetzt mit Mädchen zwischen sechs und 14.
Die kennen jede Zeile von Hannah Montanas Hits wie «Best Of Both Worlds», «G.N.O» und «I Got Nerve» auswendig, singen aus vollem Hals mit, hüpfen dazu wie die Gummibälle auf und ab und tragen Perücken mit langen blonden Haaren - wie ihr Idol. Die 15-jährige Popsängerin ist die neue Teen-Sensation in den USA. Mit allem was dazu gehört: Nummer-Eins-Hits, ausverkaufte Tournee, Fanclubs und Talkshow-Auftritte. Dabei gibt es sie eigentlich streng genommen gar nicht: «Hannah Montana» ist eine Erfindung von Disney.
In der gleichnamigen TV-Serie (läuft in Deutschland mit 18 neuen Folgen wieder ab 18. Februar auf Super RTL) lebt die 15-jährige Miley Stewart - gespielt von Miley Cyrus - den Traum aller Teenager. Tagsüber trottet sie in Jeans in die Schule, paukt für gute Noten und streitet sich mit ihrem Bruder Jackson. Am Abend verwandelt sie sich mit Hilfe einer blonden Perücke und glamourösen Outfits in einen Superstar. Dann steht sie im Scheinwerferlicht, jettet von Auftritt zu Auftritt und fährt in dicken Limousinen vor. Nur ihre Familie weiß über ihr Doppelleben Bescheid.

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Begeistert vom «Boss»: Bruce Springsteen in Köln

Köln (dpa) - Für lange Aufwärmphasen hat der «Boss» einfach keine Zeit. Denn noch immer steckt in Bruce Springsteen jede Menge Energie.
Mit hochgekrempelten Ärmeln läuft der US-amerikanische Rockstar auf die Bühne - und signalisiert so den 16.000 Zuschauern in der ausverkauften Kölnarena, dass es sofort voll zur Sache gehen soll.
Bereits beim ersten Song «Radio Nowhere», das erste Stück seines aktuellen Albums «Magic», hatten Springsteen und seine legendäre E Street Band die Zuschauer fest im Griff. Begeistert erhoben sich die Fans von den Sitzen, klatschten und sangen mit. Neben den neuen Songs erntete der 58-Jährige, der bereits seit 35 Jahren als Musiker aktiv ist, in der zweieinhalbstündigen Show auch für seine alten Nummern wie «Born to Run» oder «Dancing in the Dark» viel Applaus.
In schwarzem Hemd, Jeans und mit Gitarre um den Hals gab sich der schwitzende Rockstar in Köln wieder ganz als «Workingclass Hero» («Held der Arbeiterklasse». Für seinen Auftritt genügten ihm und seiner Band ein großes Podest - aufwändige Inszenierungen, wie sie bei anderen großen Acts üblich sind, brauchte er nicht. Erschöpft wünschte Springsteen, der sich zum Abschluss demonstrativ auf den Boden fallen und von seinen Musikern Luft zufächeln ließ, seinen Fans eine frohe Weihnachtszeit.

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DJ Bobo startet seine neue Tournee

Rust (dpa) - Ein gewaltiger Bühnenaufbau, spektakuläre Effekte und die zum Markenzeichen gewordenen Tanznummern: Genau 15 Jahre nachdem DJ Bobo erstmals die Hitparaden gestürmt hat, tourt er nun wieder durch Europa.
Die neue Tournee des Schweizers mit dem Titel «Vampires Alive» startete im baden-württembergischen Rust.
«Ich bin noch da», sagt DJ Bobo alias Peter René Baumann, der 1992 mit «Somebody Dance With Me» seinen ersten großen Titel hatte. Die ersten Konzerte der neuen Tour sind bereits seit Wochen ausverkauft.
Ein zwölf Meter hoher und acht Meter breiter Drache im Zentrum der Bühne speit Feuer und schwingt seine riesigen Flügel. DJ Bobo hüllt sich in einen schwarz-roten kriegerisch anmutenden Kostüm mit langem Umhang und großem Kragen. Musikalisch bietet DJ Bobo Bewährtes. Seine Musik ist eine Mischung aus Pop-, Rock und Dancefloor. Neben seinen größten Hits wie «There is a party» und «Everybody» stellt er sein neues Album «Vampires» vor. Mit dem als Single ausgekoppelten Song «Vampires are alive» hatte DJ Bobo Mitte Mai die Schweiz beim Eurovision Song Contest vertreten. Er war jedoch im Halbfinale gescheitert.
www.djbobo.ch

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U2 tritt überraschend bei Mini-Konzert in London auf

London (dpa) - Die Popgruppe U2 ist überraschend bei einem Mini-Konzert in einer Kirche in London aufgetreten. Die 250 Besucher der Benefizveranstaltung wussten zuvor nicht, welche hochkarätigen Stars sie zu hören bekommen sollten.
Der Veranstalter kündigte am Freitagabend «besondere» und «extrem nervöse» Gäste an, bevor Frontmann Bono und der Gitarrist The Edge die Bühne betraten. «Der Sänger, Paul, ist ein schüchterner Typ, also seid nett zu ihm», sagte der Moderator Jo Whiley. Bonos wirklicher Name ist Paul Hewson. Die Mitglieder der irischen Band gaben anschließend unter anderem ihre Hits «Stay», «Desire» und «Angel of Harlem» zum Besten.

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Die Ärzte begeistern ihre Fans beim Tourstart

Trier (dpa) - Die Fans wollten sie nicht gehen lassen: 13 Zugaben spielten Die Ärzte am Mittwochabend in Trier beim Start ihrer «Es wird eng»-Tournee, bevor sie von der Bühne verschwanden. Umjubelt von rund 7500 Fans hatte die Berliner Punkrock-Band zuvor mehr als zwei Stunden in der seit Monaten ausverkauften Arena eingeheizt.
Dabei lösten vor allem ältere Songs wie «Westerland», «Ich bin reich» oder «Deine Schuld» wahre Begeisterungsstürme beim Publikum aus: Die Fans rissen tanzend die Arme hoch und grölten Zeile für Zeile mit. Titel des gerade neu erschienenen Albums «Jazz ist anders» wurden dagegen verhaltener aufgenommen. Ausnahme war der Hit «Junge», bei dem es als Zugabe-Song auch kein Halten mehr gab.
Es ist die erste Tournee von Farin Urlaub, Schlagzeuger Bela B. und Bassist Rodrigo González seit der «Unrockstar-Tour» vor drei Jahren. Insgesamt stehen bei der «Es wird eng»-Tour 25 Auftritte des Trios auf dem Programm. Bereits im Sommer gab es für die meisten der Tour-Termine keine Karten mehr. Die Band hat nach Schätzungen bislang rund 25 Millionen Tonträger verkauft.

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«Plug Me In»: AC/DC rocken auf DVD

Hamburg (dpa) - Bon Scott in einem weißem «Strampelanzug» mit Gehrock und roter Clownsfliege - das ist schon ein harter Anblick, aber der Auftritt der australischen Hardrocker AC/DC mit «High Voltage» im Oktober 1975 in der Fernsehshow «TV Week King Of Pop Awards» ist der Auftakt einer fulminanten Reise durch annähernd 30 Jahre Band-Geschichte, die auf der Doppel-DVD «Plug Me In» (1975-2003) üppig dokumentiert ist.
Seit mittlerweile über drei Jahrzehnten rocken die Australier alles und jeden in Grund und Boden. Nachdem mit der Doppel-DVD «Family Jewels» ihre Karriere vor zwei Jahren bereits umfassend anhand von Clips dokumentiert wurde, konzentriert sich «Plug Me In» auf die Live-Auftritte, übersichtlich aufgeteilt in die Bon-Scott-Ära (1975-1979) und die Brian-Johnson-Ära (1981-2003).
Schön laut und dreckig: AC/DC live ist wie Bier aus Eimern, ein bisschen wie Pubertät. Da kann man selig bei «Highway To Hell» mitbrüllen oder den «Bad Boy Boogie» singen.

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Take That starten Deutschland-Tour ohne Howard

Köln (dpa) - Genauso ist das mit dem Älterwerden. Hundert Mal hat man den Salto rückwärts mit Spagat gemacht, nie Probleme, und dann plötzlich - man geht auf die 40 zu - reißt irgendwas. Und schon kann man nur noch Videobotschaften schicken, statt im Popkonzert aufzutreten. Eben das erlebt zurzeit Howard Donald (39), Mitglied der neuerdings wieder sehr erfolgreichen Boyband Take That. Zum Auftakt der Deutschlandtournee in Köln hütete er am Montagabend das Bett. Gary Barlow (36), Jason Orange (37) und Mark Owen (35) mussten allein auf die Bühne. Für die Fans war dadurch der Showgenuss aber nicht geschmälert.
Das Publikum in der Kölnarena war lokal bis international, es wurden sogar französische Flaggen geschwenkt. Ohne Zweifel: Es lebt, das «Bubengruppentum», wie man es in Österreich nennt, woher die Jungs gerade kommen. Mädchenhaftes Gekreische wie bei den Konzerten vor gut zehn Jahren gibt es heute nicht mehr, man ist gemeinsam gereift. Mark Owen erzählt auf der Bühne, dass sein kleiner Sohn vor zwei Tagen die ersten fünf Schritte getan hat - die Fans lächeln selig. Aus Boys werden Dads. Da ist es gerade schön, dass sie vor allem die alten Lieder singen, denn dabei erinnert man sich an die Zeit, als alle noch jung waren. Meist reicht ein kurzer erster Ton, und schon ertönt ein allgemeiner Begeisterungsschrei, weil man weiß: Jetzt kommt «Back for Good» oder «How Deep Is Your Love» oder «Relight My Fire» oder «Never Forget». ´
Für ein jüngeres Publikum bleibt immerhin Newcomer Jamie Scott, der mit seinen 25 Jahren im Vorprogramm der Take-That-Tour sein gerade erschienenes Debütalbum «Park Bench Theories» präsentiert. Der Singer/Songwriter mit Soul in der Seele hat seine ganze Karriere noch vor sich.

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Rod Stewart ohne Kilt, aber mit Schotten-Rock

Oberhausen (dpa). Rod Stewart wirbelt den Mikrofonständer durch die Luft und wackelt wie in jungen Jahren mit seinem Hinterteil: Ohne Kilt und trotzdem mit einer kräftigen Portion Schotten-Rock kommt der 62-Jährige am Samstagabend im feinen Anzug auf die Bühne in der Oberhausener König-Pilsener-Arena. Vor ausverkauftem Haus präsentiert der Mann mit der Reibeisenstimme viele seiner «Greatest Hits» auf der gleichnamigen Tour. Mehr als 7000 Fans jubeln, singen, klatschen und schunkeln zu den Klängen des «Rodfather».
Kraftvoll springt und singt der Alt-Rocker zum Lied «Hot Legs». Dabei kickt er zahlreiche Fußbälle ins Publikum. Einige männliche Fans im Alter von Ende 50 wedeln dazu mit nachgemachten Rod-Stewart- Frisuren durch die Luft. Ruhigere Töne erklingen zum Cat-Stevens-Hit «Father and Son». Die Fans schwingen bunte Leuchtstäbe und Stewart zeigt Bilder aus seinem Familienalbum auf einer Kinoleinwand. Mit geschlossenen Augen singend bringt der Rockstar die Zuschauer bei «Sailing» zum Schunkeln. Immer wieder stimmen seine Anhänger in die Lieder ein. Weitere Deutschlandauftritte plant Rod Stewart im Oktober in Berlin (27.) und in Halle/Westfalen (31.).

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Psychedelisches Meisterwerk: Pink Floyds Debüt-Album

Hamburg (dpa) - Sie waren das «Hausorchester des Underground» (Town-Magazin), gehörten zu den angesagtesten Bands in London und der UFO-Club war ihre Spielwiese, wo sie unter zerfließenden Farben sich endlosen Improvisationen hingaben: Der Song «Interstellar Overdrive» gibt noch eine Ahnung von Pink Floyds psychedelischen Anfangstagen.
«Interstellar Overdrive» ist einer der famosen Songs auf dem vor 40 Jahren erschienen und noch immer unglaublich frischen und mit zahlreichen Effekten versehenen Album «The Piper At The Gates Of Dawn», das zur Geburtstagsfeier als Box Set mit 3 CDs neu aufgelegt wurde. Die Mono-Originalfassung von Pink Floyds Debüt-Album und eine Stereo-Version werden durch eine Raritäten-CD ergänzt, auf der natürlich auch die ersten Singles «Arnold Layne» und «See Emily Play» vertreten sind.
www.pink-floyd.de
www.emimusic.de

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Erstes Konzert von Tokio Hotel in Israel

Tel Aviv (dpa) - Die vier Magdeburger Poprocker haben am Samstagabend in Tel Aviv ihr erstes Konzert in Israel gegeben. Das Fazit: Begeisterte und kreischende Fans - vor allem weibliche zwischen acht und 18 -, acht verletzte Mädchen und eine verbale Entgleisung.
Ausgerechnet in Israel hat Tokio Hotel inzwischen eine treue Fan-Gemeinde. Die Teenie-Band stürmte die Charts mit der englischen Version ihres Hits «Durch den Monsun». Als erste deutsche Band überhaupt hat es Tokio Hotel auf das Cover des Musikmagazins «Rosh E'had» geschafft.
Mehr als 5000 israelische Fans unterschrieben eine Petition, um ihre Teenie-Idole in das Heilige Land zu holen. Die israelische Botschaft in Berlin wandte sich dann mit einer Einladung an die Gruppe. Zum Konzert in der Messehalle von Tel Aviv kamen am Ende nach Angaben des Veranstalters 3500 bis 4000 Besucher. Bei wohlwollender Schätzung dürfte es die Hälfte gewesen sein. Beim Einlass spielten sich tumultartige Szenen ab. Zwei Glastüren hielten dem Druck nicht stand und splitterten. Acht Mädchen wurden verletzt. Die Schnittwunden von drei Mädchen wurden im Krankenhaus behandelt.

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Rockige «Reunion»: The Cult mit neuem Album

Hamburg (dpa) - Wiedervereinigungen altgedienter Bands sind in Mode: The Police und Genesis haben in diesem Jahr schon in großen Stadien gespielt, Led Zeppelin wollen im November ein Konzert in London geben.
Eine weitere «Reunion» gerät da ganz zu Unrecht etwas ins Hintertreffen: The Cult, Rocker aus England, haben wieder zusammengefunden und jetzt ihr erstes Album seit sechs Jahren veröffentlicht ¬ auf Tour waren sie bereits 2006.
Neu erfunden haben sich The Cult auf «Born Into This», ihrem achten Album, nicht - und das steht ihnen gut zu Gesicht: Zehn Songs lang präsentieren sie die Art von bluesgetränktem Rock, mit der sie in den 80ern vor allem in ihrer Heimat, aber auch in Deutschland und den USA erfolgreich geworden sind.
Nicht ins Gewicht fällt, dass auf «Born Into This» lediglich zwei Mitglieder der Originalbesetzung mit von der Partie sind. Und weiter verwunderlich ist das ebenfalls nicht, schließlich haben Sänger Ian Astbury und Gitarrist Billy Duffy von Anfang an den Sound der Band geprägt ¬ und auf den übrigen Positionen wurde seit jeher Bäumchen-wechsel-dich gespielt.
Für wie lange es Astbury und Duffy miteinander aushalten, bleibt abzuwarten. Denn die beiden sind mittlerweile so etwas wie Profis, wenn es ums Wiedervereinigen geht: In den 90er Jahren hatten sie schon einmal das Handtuch geworfen und The Cult mehrere Jahre lang ruhen lassen.

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Erfolg für Grönemeyer in der Royal Albert Hall

London (dpa) - Bob Dylan hat hier ein legendäres Konzert gegeben. Paul McCartney ist in der Royal Albert Hall bejubelt worden, genau wie Jimi Hendrix, Janis Joplin, Led Zepplin und Pink Floyd. Und nun hat auch ein deutscher Rockstar den britischen Musiktempel erobert und die Leute zum Toben gebracht: Herbert Grönemeyer.
«Danke, danke, herzlichen Dank für diesen unvergesslichen Abend», rief der 51-Jährige nach fünf langen Zugaben. Der deutsche Superstar aus dem Ruhrpott war sichtlich gerührt von der enormen Resonanz auf seine erste Live-Show in Großbritannien, das seit neun Jahren seine zweite Heimat ist.
Am Anfang war dem Stargast Lampenfieber anzumerken. Doch der sofort tosende Beifall, die kenntnisreichen Zurufe mit Songwünschen und nicht zuletzt die Fanschals des VfL Bochum und des Ruhrstadions machten rasch klar: Londons Musiktempel war fest in deutscher Hand.
Kaum jemand unter den fast 5000 Gästen, die sich Karten zwischen umgerechnet 30 und 100 Euro geleistet hatten, war Brite. «Vor zwei Wochen waren wir in der Semper-Oper in Dresden, aber dies hier ist noch zwei Stufen besser», freute sich der deutsche Londoner.
Wie sehr Grönemeyers Fans - unter ihnen wurde auch der Wahl- Londoner Profi-Kicker Michael Ballack gesichtet - seine Klassiker lieben und wohl auch, wie bodenständig so mancher von ihnen ist, wurde spätestens klar, als er den Song seiner «Hometown» anstimmte: «Bochum, ich komme aus dir, Bochum, ich häng an dir...», sang er über die Stadt mit dem «Pulsschlag aus Stahl». Da trocknete so mancher eine Träne der Rührung am Fanschal.

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Gwen darf das

Der Gefangenenkäfig rollt auf die Bühne, hinter den Gitterstäben die platinblonde Protagonistin, auf die der Scheinwerfer strahlt. Die Käfigtür öffnet sich, im Bodysuit mit Sträflingsquerstreifen schreitet Gwen Stefani an den Bühnenrand: „The great Escape“. So heißt der erste Song ihres Konzerts in der Hamburger Color Line Arena – zu deutsch: die große Flucht.
Ob der 38-jährigen US-Amerikanerin angesichts der Zuschauerzahl zum Weglaufen zumute war? Mehr als 14.000 Besucher passen in die Halle, vielleicht 4000 sind es. Aber Gwen – ganz Profi – spult ihr Pensum ab, lässt sich nichts anmerken, legt mit den Songs „Rich Girl“ und „Yummi“ nach. Entsprechende Outfitwechsel sind natürlich inklusive – mal dekoriert sich die frühere Frontfrau von „No Doubt“ mit mit einem Batman-Umhang, mal mit Kochmützchen.
Aber der Raum in der Halle bot auch Platz für ein besonderes Schauspiel: Plötzlich taucht Gwen auf der Tribüne auf, singt im Publikum, geht durch die Reihen – im Schlepptau zwei Leibwächter. Dann läuft sie durch den Innenraum zur anderen Hallenseite – ihre Aufpasser kommen nicht mehr hinter der Stil-Ikone hinterher, sie gibt sich volksnah – schön.ag

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Schwitzbad in Sydney: Wolfmother auf DVD

Hamburg (dpa) - Heimspiel für Wolfmother: Rund 3500 Leute gehen in den Hordern Pavillon in Sydney, in dem das australische Trio im letzten Jahr vor gut gelaunten und textsicheren Fans ein begeisterndes Konzert gab, das jetzt auf DVD erschienen ist. So schnörkellos die Musik ist, so schnörkellos ist auch die schweißtreibende Show der Retro-Rocker.
Irgendwo zwischen Led Zeppelin und Black Sabbath liegen die Inspirationsquellen, derer sich Andrew Stockdale, Chris Ross und Myles Heskett bedienen. Im Vergleich zu anderen einigermaßen aktuellen Bands, die sich auf Rock der frühen 70er beziehen, wie zum Beispiel die White Stripes, Queens Of The Stone Age oder auch die fast vergessenen Soundgarden, tragen Wolfmother dicker auf und mischen die Zutaten auch sehr viel unbedarfter zusammen.
Musikalisch setzen die drei Bandmitglieder auf tighten, warm klingenden und harten Rock. Und das funktioniert auf der Bühne sogar noch besser als auf CD: Wolfmother ist eine Band, die man unbedingt live gesehen haben sollte, auch wenn sie keine große Show macht. Als «Ersatz» funktioniert da die DVD «Please Experience Wolfmother» ganz prima, auf der die geballte Kraft und Energie der Band sehr gut einfangen ist.

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The Police starten Europatournee in Stockholm

Stockholm (dpa) - Mit dem legendären Hit «Message In A Bottle» hat das nach 23 Jahren wiedervereinigte Trio The Police im Stockholmer Globen seine Europatournee eröffnet.
Vor 13.500 häufig mitsingenden, trampelnden und im Takt mitklatschenden Fans lieferten Sänger und Bassist Sting (55), Gitarrist Andy Summers (64) und Schlagzeuger Stewart Copeland (55) alle ihre Hits aus den Police-Glanzjahren von 1977 bis 1984 ab. Darunter natürlich auch «Roxanne» und «Every Breath You Take».
Knapp zwei Wochen vor dem ersten deutschen Konzert in der Hamburger HSH Nordbank Arena am 11. September bekam das Trio von der schwedischen Presse allerdings gemischte Kritiken. «Expressen» war stark enttäuscht: «Kein Spaß, keine Coolness, nichts. Stattdessen viel Geschicklichkeit und Pflichterfüllung.» Nach Meinung des Kritikers «will diese Band nichts und erzeugt nichts». «Dagens Nyheter» befand dagegen in seiner Internetzeitung: «Größtenteils eine großartige Show.» Zwar sei Stings Stimme im Verlauf der letzten 25 Jahre nun mal «einen Hauch tiefer gerutscht«. Aber der Sänger und seine beiden Mitstreiter wollten nichts weiter als Freude mit ihren alten Hits vermitteln, und die «hält verblüffend lange».

Bis zum 19. Oktober stehen insgesamt 26 Konzerte in Europa auf dem Programm, in Deutschland neben Hamburg auch München (22. September, Olympiastadion), Mannheim (10. Oktober, SAP Arena) und Düsseldorf (13. Oktober, LTU Arena). Alle deutschen Auftritte sind noch nicht ausverkauft.

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Sabrina Setlur singt von «Hitze, Wut, Lebensfreude»

Frankfurt/Main (dpa) - Die Frankfurter Rapperin Sabrina Setlur hat ihr sechstes Album veröffentlicht. In einem Interview berichtet die 33-Jährige über dessen Entstehung und ihre Musik.




Ihr neues Album «Rot» ist eine Art Comeback für Sie?
Setlur: «Ich würde nicht sagen, dass es ein Comeback ist. 2003 habe ich 'Sabs' veröffentlicht, Anfang 2005 dann mein Best-of-Album '10 Jahre'. Dann habe ich mir ein knappes halbes Jahr für mich gegönnt, und in 2006 ging die Produktion für 'Rot' los. Für mich zählt nicht, wie schnell ein Album fertig ist, sondern wann man soweit ist, dass man das Gefühl hat, dass man es rauslassen kann.»

Der Albumtitel ist «Rot» - wofür stehen die Signale inhaltlich und musikalisch?
Setlur: «Rot ist eine Signalfarbe, die vieles bedeutet: Liebe, Leidenschaft, Energie, Hitze, Wut, Lebensfreude. All das kann man auf dem Album hören, inhaltlich und auch musikalisch. Da reicht das Spektrum von der ruhigen Gitarrenballade bis zum schnellen Elektro-Track.»

In einem Ihrer neuen Songs heißt es, «meinen Glauben kann mir niemand nehmen». Können Sie Ihren Glauben beschreiben?
Setlur: «Das ist auch eine sehr persönliche Angelegenheit. Jeder sollte an etwas und an sich selbst glauben. Zu meinem Glauben kann ich nur sagen, dass er mich so weit gebracht hat, dass ich jetzt mein sechstes Album herausbringen kann, und darüber bin ich sehr glücklich.»

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Lou Reeds «Berlin» auf CD

Berlin (dpa) - Einen passenderen Ort hätte Lou Reed für die Bühnen-Inszenierung seines Monumentalwerks «Berlin» kaum finden können: In der Nähe des ehemaligen Mauerstreifens zwischen Ost und West, am kriegszerstörten Anhalter Bahnhof präsentierte der 65- Jährige die düstere Parabel des Junkie-Pärchens Jim und Caroline als großformatiges Pop-Drama mit Mini-Orchester, Kinderchor und Rockband.
Auf seiner «Berlin»-Welttournee mit Stationen in New York, Sydney oder Brüssel war Reed damit endlich an der Inspirationsquelle des legendären Albums, das jetzt auch wieder in der Originalfassung digital remastered auf CD vorliegt, angelangt.
Das Publikum im Berliner Tempodrom 2007 war sich des besonderen Moments bewusst und feierte die Re-Animation des Rock-Klassikers euphorisch. Nach dem gelungenen Berliner Konzert dürfte auch Reeds späte Aussöhnung mit seinem lange gemiedenen Schlüsselwerk abgeschlossen sein. Bei der Veröffentlichung vor 34 Jahren wurde die hochambitionierte Platte mit Songs zwischen Rock, Jazz und Klassik von Fans wie Kritikern gleichermaßen verrissen.
Heute, da die Mauer längst Geschichte ist und Berlin auch nach Reeds Eindruck viel freundlicher und weltstädtischer, lässt sich der tiefschwarze Stoff offenbar wohlwollender konsumieren.


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Guter Überblick: Der Indie-Sampler «We Are Happy Now!»

Hamburg (dpa) - Ob es Independent-Bands überhaupt noch gibt, darüber lässt sich trefflich streiten.
Ein wenig Überblick im Indie-Dschungel ermöglicht der Sampler «We Are Happy Now», auf zwei CDs geben 32 Bands mit jeweils einem Tracks eine markante Visitenkarte ab. Mit Franz Ferdinand («The Dark of the Matinée») und Maximo Park («Apply some Pressure») sind zwei der profiliertesten und erfolgreichsten britischen Bands der letzten Jahre vertreten. Weniger bekannt sind leider die fantastischen The Cooper Temple Clause, die tolle schottische Band Idlewild oder die sympathischen Newcomer Little Man Tate aus Sheffield, die mit ihrer Hitsingle «This must be Love» vertreten sind. Richtig abgeräumt haben bereits die Londoner Post-Punker von Bloc Party, auch Kasabian sind keine Unbekannten mehr.
Die Doppel-CD bietet für fast jeden Geschmack etwas, und man kann spannende Entdeckungen machen. Timid Tiger dürften nur wenige kennen, oder The Horror, The Horror (die heißen wirklich so); beide Bands haben erst eine Platte herausgebracht. Primal Scream und Ben Kweller dürften eher alte Bekannte sein, und mit den Raketen und The Robocop Kraus sind immerhin auch zwei deutsche Band auf dieser hörenswerten Indie-Anthologie vertreten.

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Die Sportfreunde Stiller über ihr neues Album

Berlin (dpa) - Eins sollten Sportfreunde-Stiller-Fans wissen, wenn sie sich Konzertkarten kaufen: Sie spielen «das Lied mit den Zahlen» nicht mehr. «54, 74, 90 - 2006» - der Song, der die Band bekannt gemacht hat im Traumsommer 2006 - die «Sportis» haben ihn aus dem Programm genommen, zumindest vorübergehend. Peter, Rüde und Flo touren seit Wochen quer durch Deutschland und machen Werbung für ihr neues Album «La Bum».
Die neue Platte sei typische Sportfreunde-Musik, sagt Brugger, was sich bestätigen lässt nach dem ersten Hören: Auch auf «La Bum» fehlt der Spaßfaktor nicht, die Songs sind eingängig und haben Mitsingcharakter, wie die Single «Alles Roger», die schon seit knapp zwei Wochen im Radio läuft. Als Spaß- und Bierband wollen die «Sportis» aber nicht gelten, auch wenn Politik in ihrer Musik eher selten vorkommt. «Wir haben auf jeden Fall 'ne politische Haltung», sagt Brugger.
Weil die Sportfreunde Stiller so für ihre Musik leben, bleibt für Beziehungen nach Aussage von Leadsänger Peter keine Zeit. «Ich bin verheiratet mit zwei Typen, wo soll denn da noch Platz sein für anderweitige geschlechtliche Liebe?», fragt er mit breitem Grinsen. Und mit Groupies laufe auch nichts, schließlich müsse man sich nach den Konzerten erstmal über die Fußballergebnisse informieren und dann die Gurkenmaske auftragen. «Das ist natürlich alles auch schwierig in unserem Beruf»

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Elvis Costello auf DVD: Zwischen Pop und Klassik

Hamburg (dpa) - Für jemanden, der seine Karriere mit Gitarre und kleinem Verstärker in den Straßen von London begonnen hat, ist Elvis Costello ziemlich weit gekommen. Aber wer Songs wie «Watching The Detectives» schreibt, dem steht die Welt offen.
Erstmalig auf DVD (bisher nur auf VHS) sind jetzt «The Juliet Letters» erschienen - Elvis Costellos Zusammenspiel mit dem Brodsky Quartet aus dem Jahr 1993. Herbstlich ist die Stimmung auf dieser rund 50 Minuten langen DVD, karg der Raum und welk das Laub.
Die 13 Songs und Musikstücke, angesiedelt zwischen «Mozart, Schostakowitsch und Elvis Presley», die Costello «eine Liedsequenz für Streichquartett und Stimme» nennt, sind von Briefen inspiriert worden, die unter Liebeskummer Leidende an die legendäre Julia Capulet aus Verona geschrieben haben.
Wesentlich poppiger und schweißtreibender geht es auf der DVD «Live: A Case For The Song» zu.

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Tocotronic mit «Kapitulation» auf Festivaltour

Hamburg (dpa) - Die Band Tocotronic legt ihr achtes Album vor. Das trägt den Titel «Kapitulation» und ist nicht weniger als eine sehr gute Platte. Vehementer und gelassener als je zuvor ziehen sich die vier Musiker in ihr eigenes Pop- und Lyrik-System zurück. Wer ein ausgezeichnetes deutschsprachiges Pop-Album hören möchte, wird begeistert sein.
Augenfälliger als das Titelstück «Kapitulation» und die erste Single-Auskopplung, das rockige, fast an die frühen Stücke der Band erinnernde «Sag alles ab», nimmt sich das im Zentrum des Albums platzierte «Harmonie ist eine Strategie» aus. Welchen Weg durch Tocotronics Poesie der Hörer wählen mag, oder ob er sich einfach im tocotronischen Märchenwald niederlässt und einfach nur zuhört ohne entschlüsseln zu wollen, bleibt ihm ohnehin selbst überlassen.

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„Arktische Affen“ und der heiße Hype

Sie haben quasi die Welt erobert – im Internet. Und jetzt sind die Arctic Monkeys dabei, es auf realem Wege nachzuholen, von den Live-Bühnen aus. Kostenlos verbreitete Demo-Versionen ihrer ersten Songs lösten einen Hype um die Band aus, die es schaffte, in ihrer Heimat England Stadien zu füllen, bevor sie eine Plattenfirma für ihr erstes Album gefunden hatten. Nur eine Frage der Zeit, bis die Medien auf diesen Hype aufspringen würden. Die Arctic Monkeys veröffentlichen ihre erste Single, sie steigt in die britischen Charts auf Platz 1 ein, sie veröffentlichen ihr Debüt „Whatever People say I am, that’s what I’m not“, es steigt ebenfalls von 0 auf 1. Am ersten Tag verkauft die Band 118 000 Alben – das schnellst verkaufte Debüt-Album der englischen Geschichte. Und der erste Song dieses Meilensteins ist auch der Opener der aktuellen Konzerttour: „The View from the Afternoon“. Im Dunkeln beschreitet das Quartett die Bühne, im Blitzlichtgewitter überrollen die ausverkaufte Berliner Columbiahalle die Gitarrenriffs. Im Dunkeln könnte zum großen Teil die Show bleiben, denn auf der Bühne passiert wenig. Ein bisschen Bewegung und Publikumanimation und -kommunikation fehlen noch – aber die vier sind ja noch jung und lernfähig. Denn: Hey, bewegen dürft ihr euch. Aber was die Musik anbelangt, da machen sie richtig Alarm und drücken den Schweiß aus den Hautporen. „Favourite worst Nightmare“ – der beliebteste Albtraum, so der Titel des zweiten Albums, das sind die Arctic Monkeys für keinen im Publikum. Sie halten es eher mit dem Titel der Single „I bet you look good on the Dancefloor“ – oder eben auf der Bühne. Der Start der „Arktischen Affen“ zum Unternehmen, etwas Langfristiges im Musikbiz zu werden, verlief vielversprechend. Jetzt müssen sie mit eingängigen Songs nachlegen, sonst ist der Hype schnell vorbei – denn die englischen Medien sind alle auf der Suche nach nur einem: „the next big thing“. Andreas Gereke

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Sportfreunde Stiller spielen sich warm

Hamburg (dpa) - Totenstille, dann ertönt «Ein Kompliment». Überraschenderweise sind es aber nicht die Sportfreunde Stiller, die einen ihrer größten Hits performen, sondern ein Kinderchor vom Band. Gespannt wartet das Publikum auf seine Helden und plötzlich, wie aus dem Nichts, stehen sie da, die drei Sympathiebolzen aus Bayern. Keine Vorband, kein langes Vorgeplänkel.
Nach dem Fußballalbum «You Have To Win Zweikampf» und der Mitgröl-Hymne zur WM «'54, '74, '90, 2006» steht im August ein neues, noch unbetiteltes Album ins Haus. Erste Songs haben Peter, Rüde und Flo schon einmal im Rahmen einer Minitour im ausverkauften Hamburger Knust angetestet.
Neue Stücke wie «Monument» und die Vorabsingle «Alles roger?» führen die Tradition der drei Vorgängeralben «So wie einst Real Madrid», «Die gute Seite» und «Burli» fort: Sie setzen sich vom ersten Moment in den Köpfen fest und gehen direkt über in die Beine.
Seine Spontaneität beweist Sänger Peter einmal mehr, als er sich zu einem Bob-Marley-Cover hinreißen lässt. Immer wieder erlaubt er Fans auf die Bühne zu springen und übergibt bei «Ich Roque» einem von ihnen beim spanischen Teil das Mikrofon. «Wellenreiten '54» nehmen der Sänger und Bassist Rüde dann wörtlich und stürzen sich zum Stage Diving ins Publikum.
Nach über zwei Stunden und zwei Zugaben ist es dann vorbei. Der erste Einblick in das neue Album ist mehr als gelungen, die Fans heiß auf den neuen Tonträger.

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Begeisterter Empfang für Barbra Streisand

Berlin (dpa) - US-Sängerin Barbra Streisand ist bei ihrem ersten Deutschland-Konzert vom Publikum begeistert empfangen worden. In der Berliner Waldbühne begrüßten rund 18.000 Menschen die singende Diva mit langem Applaus und großem Jubel.
Die 65-jährige Künstlerin, die auch als Schauspielerin bekannt wurde, stand in in ihrer mittlerweile 47-jährigen Karriere noch nie auf einer Konzertbühne in Deutschland. Nach zwölfjähriger Tourneepause hatte die gebürtige New Yorkerin im Herbst vergangenen Jahres erstmals wieder Konzerte in den USA gegeben.
«Ich bin glücklich hier zu sein», sagte die Diva, die in einem langen schwarzen Kleid mit dem Lied «Starting now» ihr begeistertes Publikum empfing.
Das Publikum in Berlin hatte für das Ereignis tief ins Portemonnaie gegriffen und zahlte zwischen 114 und 555 Euro für eine Karte. Der ursprünglich in Rom geplante Tourauftakt war unter anderem nach Protesten wegen zu hoher Kartenpreise abgesagt worden. Mit einem Teil des Kartenerlöses will Streisand mit ihrer eigenen Stiftung soziale Projekte unterstützen.

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Nur ein Trio als richtig scharfe Pfeffer-Schoten

Erst himmelhoch jauchzend, dann zu Tode betrübt – das war die Gefühlswelt manch eines Red-Hot-Chili-Peppers-Fans, der zum einzigen Open Air der Kalifornier im Norden in die Hamburger Fußball-Arena gekommen war. Furios der Auftakt – nachdem der Regen aufgehört hatte – mit „Can’t stop“, es folgten viele Songs vom aktuellen Album „Stadium Arcadium“, nach 70 Minuten schon mit „By the Way“ das letzte Stück des regulären Teils. Dann kamen die Herren Anthony Kiedis, Flea, John Frusciante und Chad Smith noch einmal für zwei Songs gemeinsam auf die Bühne, ehe sich Sänger Kiedis verabschiedete und den Bandrest das Konzert ausjammen ließ. Nur gut 100 Minuten, viele Hits wie „Under the Bridge“ oder „Scar Tissue“ gab es nicht, Songs aus der Frühzeit fanden erst gar nicht den Weg auf die Setlist – das trübte den Gesamteindruck. Keine Frage, die Peppers sind eine coole Live-Band, aber es kam so rüber, als ob nur drei Leute scharf darauf waren aufzutreten. Und so gingen viele Fans bedröppelt nach Hause. Da passte es ins Bild, dass es wieder anfing zu regnen. Andreas Gereke

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The Triffids: «Calenture» neu aufgelegt

Wien (dpa/APA) - Manche Bands schaffen es nie bis ganz nach oben. Auch wenn ihnen von der Kritik Großes prophezeit wird. The Triffids aus Australien können getrost zu dieser Spezies Band gezählt werden. Dass sie durchaus das musikalische Rüstzeug dazu besessen hätten, beweist die Wiederveröffentlichung des 1987 erschienenen Longplayers «Calenture».
«Calenture» war das vierte Album der Westaustralier aus Perth, zwei Mini-Alben aus dem Jahre 1984 nicht mitgerechnet. Mit «Calenture» wurde erstmals bei einem Major Label, Island Records, in England aufgenommen. Produziert wurde von niemand geringerem als Gil Norton, der sich später als Produzent unter anderem von den Indie-Heroen Pixies einen Namen machen sollte.
Die Stimmung des Albums ist geprägt von einer melancholischen Grundhaltung, die sich durch nahezu alle Tracks zieht. Die Produktion Nortons verwandelt die zwölf Songs aber in überzeugende Pop-Epen. Im Vergleich zu früheren Alben, wie etwa dem unmittelbaren Vorgänger «In The Pines», welches im Übrigen ebenfalls neu aufgelegt wird, merkt man «Calenture» die hohen Produktionsansprüche des Major-Labels an. «Calenture» wirkt weniger erdig, dafür glatter als die Vorgänger-Alben.
Den zwölf Songs des regulären Albums (inklusive 9 Bonus Tracks) ist eine zweite CD beigelegt, auf welcher die Demo-Versionen der Songs dokumentiert wurden. Diese Rohfassungen scheinen den früheren Triffids eher gerecht zu werden.

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Rihanna stürmt die Charts

Rihanna stürmt nach oben: Ihre aktuelle Single „Umbrella“ steht praktisch weltweit an der Spitze der Hitlisten, auch bei uns. Und das dazugehörige Album „Good girl gone bad“ geht ebenfalls wie geschnitten Brot. Damit hat die 19-Jährige bereits ihr drittes Album innerhalb von zwei Jahren veröffentlicht. „Ich war immer schon schneller als die anderen Mädchen“, sagt sie.
Falls es auf der Platte so etwas wie einen roten Faden gibt, dann sind das die Mädchenbands der 80er und 90er. Die besten Songs („Don’t stop the Music“) klingen stark nach dieser flott-unbeschwerten Ära. Ansonsten wird viel ausprobiert, etwa Rock’n’Roll bei „Shut up and dance“ (funktioniert) oder Sex bei „Sell me Candy“ (funktioniert nicht). Der Titelsong derweil ist ziemlich bei „Torn“ von Natalie Imbruglia geklaut, und von Balladen sollte sie tendenziell ganz die Finger lassen, das Genre liegt ihr nicht. „Meine Musik ist überraschend“, findet Rihanna, die bei uns vergangenes Jahr den Durchbruch mit „SOS“ schaffte, „aber doch wiedererkennbar. Steffen Rüth

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Fliegende Unterhosen bei den Beatsteaks

Es dauerte drei Lieder, bis die erste Unterhose geflogen kam. Von einem männlichen Fan, der darin ein Demo-Tape eingewickelt hatte. Arnim, dem Sänger der Beatsteaks, fliegen die Herzen, Unterhosen und Hörproben zu, weil er als Stimmungskanone und mittlerweile anerkannte Punkrock-Größe gilt. 5000 Fans in der ausverkauften AWD-Hall ließen sich am Mittwoch mitreißen. „Tanzen!“, rief der Frontmann kurz und trocken. Alle machten mit.
Was am Festival-Wochenende zuvor 80 000 am Ring und im Park verrückt machte, funktionierte auch in Hannover. Die Beatsteaks, die einstige Vorreiter wie die Toten Hosen alt aussehen lassen, locken mit einem Wirrwarr aus Punk, Rock, Hip-Hop und Quatsch, dem man sich vor der Bühne nur schwer entziehen kann. Mitten in ihrem Hit „Let me in“ mussten sich alle Fans hinsetzen, bis Armin auf 1,2,3,4 mit dem Refrain alle zum Hochspringen brachte. Großes Kino, Gänsehaut. Die Sicherheitskräfte mussten danach dehydrierte Menschen bergen.
Dass die Beatsteaks so abräumen, liegt an ihrer schnörkellosen Art. Und an Sänger Arnim, genannt Teute, der selbst in seinen merkwürdigen Kniestrümpfen cool wirkt. Und es liegt daran, was sie live zu bieten haben. Wenig Show, viele Stücke, knallhart, aber auch melodiös. Zur Krönung holten sie einen Fan, der die Unterhose geworfen haben könnte, auf die Bühne. Florian durfte bei „Kings of Metal“ von Manowar als Schlagzeuger einspringen und den Laden rocken.
Im Gegenzug ließ sich Stagediver Arnim auf Händen durch die Halle tragen. Als er aus dem Bad in der Menge zurückkam, erkannte ihn die Security nicht und verweigerte dem Beatsteaks-Chef die Rückkehr auf die Bühne. Arnim war stinksauer darüber. Aber die Fans wussten, dass er einer von ihnen ist.

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Bryan Adams startet Deutschlandtour

Hamburg (dpa) - Der kanadische Rocksänger Bryan Adams hat mit einem Konzert in der Hamburger Color Line Arena seine Deutschlandtour gestartet. Mit dabei waren «Open Road», der Hit des letzten Studioalbums «Room Service», und vor allem die vielen Ohrwürmer aus der Karriere des Kuschelrockers.
Rund 9000 Fans in der Halle zeigten sich zwei Stunden lang sehr textsicher: Songs wie «(Everything I do) I do it for you» konnte der ganze Saal mitsingen, Feuerzeuge sorgten für die obligatorische Gänsehautstimmung.
Gekonnt führte der Bühnenvirtuose Adams sein Publikum durch einen Abend mit Wiedererkennungswert. Schließlich bedeuten «Straight from the heart» oder «Heaven» nicht nur für Besucher von Adams-Konzerten romantische Erinnerungen. Aber auch Fans des rockigeren Bryan Adams kamen an diesem Abend voll auf ihre Kosten: Spätestens bei «Can't stop this thing we started» wippten alle Füße und klatschten alle Hände in der Arena, es war der zweite Song des Hit-Marathons.
Adams bot eine professionelle Show mit Liedern aus über 20 Jahren und die Zuschauer bekamen, was sie sich erhofft hatten: Eine immer wieder sympathische Reibeisenstimme und einen Kessel voller bunter Rock- und Popandenken. Mit seiner Band ist Bryan Adams im Sommer noch in neun weiteren deutschen Städten zu sehen.

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Im Doppelpack: Rock im Park und Rock am Ring


Nürnberg/Nürburg (dpa) - Bei wechselhaftem Wetter haben tausende Fans den Auftakt von Deutschlands größtem Doppel-Musikfestival «Rock am Ring» und «Rock im Park» gefeiert.
Am Nürburgring in der Eifel erlebten die Besucher bei leichtem Nieselregen den offiziellen Beginn des Rockspektakels. In Nürnberg starteten die Fans bei bewölktem Himmel und milden Temperaturen zu den Klängen der US-Rockband Hinder in das Festivalwochenende.
Bis zum Sonntag werden an den zwei Schauplätzen insgesamt mehr als 140.000 Besucher erwartet. Mehr als 85 Bands sollen den Besuchern auf jeweils drei Bühnen einheizen. Es treten unter anderem die Punkrocker Die Ärzte, die US-Rockbands Smashing Pumpkins und Linkin Park sowie Wir sind Helden auf.
Am Nürburgring wurden die Zeltplätze am Freitag wegen des Regens zu glitschigen Schlammbahnen. Die Fans ließen sich ihre gute Laune jedoch nicht verderben.
Auch in Nürnberg machten es sich die Besucher in einer farbenfrohen Zeltstadt bequem.

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Silbermond starten Open-Air-Tour in Kassel

Kassel (dpa) - Kein Silbermond am Himmel, nur dicke Wolken. Als Frontfrau Stefanie Kloß am die mehr als 5000 Fans vor der Rokokokulisse in Kassel begrüßt, fallen sogar ein paar einzelne Regentropfen.
Als das Konzert zwei Stunden später mit der Ballade «Das Beste» zu Ende geht, verlässt mancher Zuschauer die Wiese vor Schloss Wilhelmsthal gerührt und mit Tränen in den Augen. Und es war trocken geblieben.
Manche haben sich in leuchtenden Großbuchstaben «Silbermond» auf die Unterarme geschrieben. Andere sind noch so klein, dass sie auf den Schultern ihrer Eltern hocken.
Eine junge Frau sagt: «Die sind unheimlich menschlich». Genau das ist das Markenzeichen der Band aus Bautzen, die gut komponierte Rockmusik zu zeitkritischen, einfühlsam-poetischen Texten mixt und ganz ohne Starallüren auskommt. So springt auch beim Kasseler Eröffnungskonzert zur Open-Air-Tour 2007 der Funke sofort über, als die schwarzhaarige Sängerin das Motto des Abends vorgibt: «Wir holen uns den Sommer heute Abend hierher ins Schloss!»
Von den älteren Liedern und neuen Songs ihres aktuellen Albums «Laut gedacht» ziehen die langsamen Stücke wie «Symphonie» oder «Das Ende vom Kreis» am meisten. Das Publikum singt mit, schwenkt Leuchtstäbe, manchmal blitzt die Flamme eines Feuerzeugs auf. Neu in der wenig spektakulären Bühnenshow sind die Gitarren- und Schlagzeugsoli. Eher zum Schmunzeln: die Gesangeinlage von Drummer Andreas, der zusammen mit den Fans das «Lied mit nur einem Akkord» zu Ehren von «Sir Henry» anstimmt - ein Schwan, der gleich hinter der Bühne auf dem Schlossteich lebt.

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Sugarplum Fairy: Kleine Brüder, kleine Steine

So einfach geht das: „Mando Diao sind Rockpop, und wir sind Poprock“ – aha! Das sagt Victor Norén, ein Fünftel des schwedischen Quintetts Sugarplum Fairy. Die werden landläufig immer als die kleinen Brüder der bisher erfolgreicheren Mando Diao angekündigt – und bei denen spielt Victors Bruder Gustav mit. Und um die Norléns komplett zu machen, mischt auch der dritte Bruder Carl mit – bei Sugarplum. Aber auch in Schweden fällt der Apfel nicht weit vom Stamm, und so klingt beim Auftritt im Braunschweiger Meiers dann doch manches nach Mando Diao. Oder den Beatles. Oder den Rolling Stones. Sie sagen selbst, sie wollen das Songwriting der Beatles mit der Performance der Stones verbinden. Und Sänger Victor ähnelt vom Aussehen her auch noch Mick Jagger. Natürlich in jungen Jahren, nicht dem lederhäutigen Rocker von heute. Keine Überraschung also, dass die kleinen Brüder nicht nur eigenes Material bieten, sondern auch ein Cover-Stück von den Stones: „Jumpin’ Jack Flash“. Aber am besten und rockigsten sind die Schweden, wenn sie sich selbst geben. Und wenn sie jetzt noch einen Hit landen, dann sind sie auch nicht mehr die kleinen Brüder von Mando Diao. Andreas Gereke

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Grönemeyer begeistert zum Tour-Auftakt in Leipzig

Leipzig (dpa) - Herbert Grönemeyer ist zurück auf den Open-Air-Bühnen: Etwas schüchtern ins Publikum winkend, trat der deutsche Megastar in Leipzig um Punkt 20.25 Uhr zum Auftakt seiner gut einmonatigen Konzerttournee vor sein Publikum.
Was dann folgte, waren zweieinhalb Stunden Grönemeyer pur: ein Wechselbad aus Spaß, Stimmung, Nachdenklichkeit und Melancholie. Mal rannte der 51-Jährige wie aufgedreht herum, mal setzte er sich ganz ernst blickend ans Keyboard.
Ganz unspektakulär schritt er zum Konzertbeginn über einen 40 Meter langen Laufsteg mitten durchs Publikum und setzte sich an dessen Ende allein an ein Piano. Nicht etwa mit einem seiner vielen Klassiker, sondern mit dem leisen «Leb in meiner Welt» vom aktuellen Album «12» legte er dann los. Gänsehaut-Feeling gleich zu Beginn. So leise sollte es nicht bleiben. Gleich im Anschluss forderte er sein Publikum zu guter Laune auf: «Kopf hoch, tanzen».
Grönemeyer gelang es, neben den Klassikern aus seiner 25-jährigen Musikkarriere auch fast alle Titel seines im Frühjahr erschienen Albums «12» im Programm unterzubringen. Als er seine WM-Hymne «Zeit, dass sich was dreht» auspackte, war das Leipziger Publikum kaum mehr zu bremsen.
Grönemeyer wäre aber nicht Grönemeyer, wenn er nicht zwischendurch für ein politisches Statement hart auf die Bremse treten würde. Als er den Titel «Marlene» von seiner neuen CD angekündigte, wurde der 51-Jährige ernst. In dem Lied prangert er den «Zynismus des Westens» im Kampf gegen Aids an. Die Fans rief er auf, die von ihm mitgegründete Aktion «Deine Stimme gegen Armut» zu unterstützen.
Die Show kam ohne die ganz großen technischen Effekte aus. Bei dem Altmeister stand die Musik im Mittelpunkt, kein Schnickschnack wie bei manch aktuellem Jugendstar. Lediglich auf der riesigen Multimedia-Leinwand wurden Stadionbilder mit diversen Clips und Fotos vermischt. Ein stimmungsvolles Gesamtbild.

Die Tourdaten: Wien (27.5.), Graz (29.5.), Stuttgart (31.5.), Hannover (3.6.), Frankfurt/Main (5./6.6.), Gelsenkirchen (9./10.6.), Berlin (13.6.), Erfurt (14.6.), München (16.6.), Nürnberg (17.6.), Köln (20./21.6.), Hamburg (23./24.6.), Bremen (25.6.), Bern (27.6.)

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Tocotronic stellen neues Album in Hamburg vor

Hamburg (dpa) - Anderthalb Monate vor der Veröffentlichung ihres neuen Albums «Kapitulation» bot die Band Tocotronic ihren Hamburger Fans eine Vorschau auf die neuen Songs und einen Rückblick auf 12 Jahre Bandgeschichte.
Bei dem Auftritt in Hamburg handelt es sich um das erste von zwei Konzerten, bevor Tocotronic im Sommer auf den Festivalbühnen in Deutschland und der Schweiz zu sehen sein werden.
Ihr Publikum mit altbekannten Hits aufzuwärmen, haben Tocotronic bei einem Hamburg-Heimspiel nicht nötig. Das Quartett eröffnet das Konzert mit einem brandneuen Song vom Album «Kapitulation» und erntet für diese Entscheidung frenetischen Applaus. Abgesehen von der ersten Singleauskopplung «Sag Alles Ab», die an die frühen rumpelnden Stücke der Band erinnert, vermitteln Tocotronic mit den neuen Stücken einen außergewöhnlich poppigen Eindruck.
Ansonsten macht die Band nicht viele Worte um ihre Stücke und begeistert das Publikum schlichtweg mit einer recht ruhigen und gelassenen Show vor dezenten Bild- Projektionen.
Am Ende des Konzerts bittet das frenetisch applaudierende Publikum die Band dreimal für eine Zugabe zurück auf die Bühne. Tocotronic bedanken sich unter anderem mit «Hi Freaks» und einem weiteren Stück von der kommenden Platte.

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Diven dürfen das

Fünf, zehn, 15, 20 Minuten… dann hat das Warten ein Ende, aber Diven dürfen das ja. Rauch, im Gegenlicht zeichnet sich ihre Silhouette ab, Spot, sie steht im Rampenlicht – es ist „B-Day“ in der Hamburger Color Line Arena. Beyoncé erobert die Bühne, steht im Funkenregen, „Crazy in Love“, der erste Song. Nach wenigen Sekunden reißt sie sich den unteren Teil des Abendkleids ab, steht im Mini auf der Showtreppe – begeistert recken sich ihr die Hände des Publikums entgegen. Die Halle ist bei weitem nicht ausverkauft, doch die Fans sorgen für Stimmung, als ob es rappelvoll wäre. Bei „Irreplaceable“ übernimmt das Publikum die ersten Strophen. Es ist in bester Stimmung, dafür hat Miss Knowles schon gesorgt. Mit perfekter Show, perfektem Gesang und einigen Rückgriffen auf ihre Destiny’s Child-Zeit. Jene Frauengruppe, deren Besetzung sich mehrfach änderte, aber als Konstante Beyoncé hatte. Und die beweist, dass sie die anderen gar nicht braucht. Vermehrt tritt sie auch als Schauspielerin auf – sie will auf allen Gebieten eine Göttin werden. Ob sie dann noch schwitzt? Trotz Ventilator musste sie den Schweiß von der Stirn abwischen. Und am Ende formte sie mit ihren Händen sogar Herzchen. Auch Diven menscheln, pardon, Göttinnen.ag

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Monrose: Fans jubeln ihren Popstars zu

Da stehen sie nun auf der Bühne, die Nach-, Nach-, Nach-, Nachfolgerinnen der No Angels: Mandy Grace Capristo, Senna Guemmour und Bahar Kizil sind die jüngsten Erzeugnisse aus dem Hause Popstars. Als Monrose sorgten sie in Funk und Fernsehen für Furore, jetzt wollen sie beweisen, dass sie es auch live bringen. Als eine der ersten Städte haben sie sich dafür Hannover ausgesucht. Einen Verkaufsrekord stellten sie Ende vergangenen Jahres im Bereich der legalen Musik-Downloads auf: Seit Beginn von Web-Saug-Erhebungen gibt es keinen Titel in Deutschland, den Nutzer öfter herunterladen als „Shame“, die erste Single des Trios. Auf den Song mussten die Fans aber fast bis zum Ende der 100-minütigen Show warten. Trotz dieses Download-Erfolgs: In Hannover scheint die Euphorie um die neuen Popstars keine neue Dimension zu erreichen. Das Capitol ist mit rund 1000 Besuchern etwa halb voll – die No Angels zogen einst das Vielfache. Vielleicht lag es aber auch am Eintrittspreis – immerhin mussten die Fans 33 Euro pro Karte berappen. Dennoch: Die, die den Weg zu ihren Lieblingen gefunden haben, sind hellauf begeistert. Die Musik kommt zwar vom Band, doch die Mädels beweisen mit Live-Gesang, dass sie stimmlich zu Recht die Siegerinnen der Staffel wurden. Nicht zuletzt tragen dazu Solo-Parts bei, bei denen sie ihr Können zeigen. Bei Mandy ist es „Fighter“ von Christina Aguilera und bei Senna ein Song, den sie pathetisch ihrem verstorbenen Vater widmet. Das Ganze garnieren Tänzer. Eine DJane am Bühnenrand moderiert ab und an, animiert zum Mitklatschen, überbrückt Umziehpausen. In drei verschiedenen Outfits präsentieren sich die Damen. Sie kommen aus dem Winken und Lächeln gar nicht mehr raus – die Popstars haben die Profi-Regeln schon verinnerlicht. Und die Fans jubeln. Andreas Gereke

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Maroon 5 gaben einziges Deutschlandkonzert in München

München (dpa) - Schon als Adam Levine die Bühne betritt, gibt es kaum mehr ein Halten in der Münchner Kleinen Elserhalle. Noch ehe der charismatische und nicht minder attraktive Frontman von Maroon 5 zu singen beginnt, ist das Publikum bereits hin und weg.
Vor allem das junge weibliche, das am Samstagabend eindeutig die Mehrheit der 700 Fans stellt. Mit Beginn der Musik - der erste Song trägt den bezeichnenden Titel «Harder To Breathe» - bebt die ausverkaufte, stickige Halle. Und das über 70 Minuten ununterbrochen.
Keine Vorgruppe, sparsame Showeffekte, kleine Clubs - bei ihrer Blitztournee durch Europa geben sich Maroon 5 betont puristisch. Das war auch in München bei ihrem einzigen Deutschlandkonzert nicht anders.
Am 25. Mai erscheint das zweite Studioalbum «It Won't Be Soon Before Long». In München gab es vorab ein paar Kostproben daraus. «Das Album ist noch druckvoller, textlich brisanter aber auch mit mehr Sex-Appeal versehen», kündigt Sänger Levine an.
Neben einigen Songs ihres neuen Werkes, darunter die erste Single-Auskoppelung «Makes Me Wonder», spielten Maroon 5 aber auch alle Charterfolge des vergangenen Albums. Auf der Playlist standen «Sunday Morning», «She Will Be Loved» und kurz vor Schluss natürlich eine ausgedehnte Version von «This Love». Mit «Sweetest Goodbye» als Zugabe entließen Levine & Co. ihre begeisterten Fans in die Nacht.

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Marilyn Manson mit neuem Album und neuer Freundin

Berlin (dpa- Er ist nicht nur ein Meister der Provokation, er versteht auch die Kunst der Selbstinszenierung. Zur Präsentation seines neuen Albums «Eat Me, Drink Me» lud US-Rocker Marilyn Manson (38) rund 80 Gäste in eine alte Villa im vornehmen Berliner Stadtteil Grunewald.
Der Ort der Albumpräsentation war bis zuletzt streng geheim gehalten worden. Das herrschaftliche Anwesen mit leicht verwildertem Garten verwandelte sich für diesen Abend in die «Villa Marilyn Manson» und wurde mit Scheinwerfern in gruseliges Licht getaucht. Schwere Vorhänge, brennende Kerzen, ausgestopfte Tiere und mit blutroter Farbe bespritzte Wände erwarteten die Besucher im Inneren des Hauses - ein passendes Ambiente für die düster-morbiden Songs der am 1. Juni erscheinenden Platte.
«Ich habe im Verlauf der Albumaufnahmen meine Identität als Person wiedergefunden», sagte Manson. Die schmerzerfüllten elf Songs der CD sind so düster wie aggressiv, stecken voller Hass: In «Mutilation Is The Most Sincere Form Of Flattery» etwa schreit der Horror-Rocker immer wieder: «Fuck you».
Die Albumvorstellung erreichte ihren Höhepunkt, als Manson ganz unvermittelt mit der jungen, blonden Dame vor die Gäste trat: Evan Rachel Wood trug einen roten Rock und versteckte die Augen hinter einer Sonnenbrille mit herzförmigen Gläsern. «Heart-Shaped Glasses» heißt dazu passend auch die am 25. Mai erscheinende Vorab-Single. Wood habe ihn zu diesem Song inspiriert, erzählte Manson.

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Sisters of Kitsch und Kreisch

Und wieder standen die 1980er-Jahre Pate, um im neuen Jahrtausend Erfolg zu haben. Also nehmen die Scissor Sisters eine Prise Disco, etwas Funk, noch eine Portion Rock dazu, Dance nicht zu vergessen sowie natürlich ganz viel Glam. Das Ganze tragen sie zum Teil in Kostümen vor, für deren Begutachtung eine Sonnenbrille ratsam ist, weil ihre Schrillheit manchmal blendet. So hat das New Yorker Quartett, das stark von der Schwulenszene des Big Apple beeinflusst ist, Erfolg – zuerst in Großbritannien, wo sie 2005 in Sachen Verkaufszahlen sogar U2 und Robbie Williams abhängten, jetzt auch in Deutschland. Beweis: ausverkaufte Konzerte, so wie am Sonntag im Hamburger D-Club, und Hitparadenplatzierungen. Ihre Durchbruch-Single „I don’t feel like dancing“ sorgte für den nötigen Schub. Bei der wirkte übrigens Elton John mit – womit wir bei den Vorbildern der Band wären. Die Palette reicht von Duran Duran bis zu den Bee Gees. Unschwer ist das Bee-Gees-Vorbild an Sänger Jake Shears Falsettstimme zu hören, die ungeahnte Höhen erklimmt – die Sisters of Kitsch und Kreisch. Gemeinsam mit Sängerin Ana Matronic schmeißt er die bunte Show, hüpft und spaßt sich durch das rund 75-minütige Programm, das Publikum macht mit und johlt – das Quartett macht Musik für die Masse. Und liefert ihren größten Hit zum Schluss, um noch einmal bei allen die Schweißporen in der Sisters-Sauna zu öffnen. Da fühlte sich doch jeder nach Tanzen. Andreas Gereke

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Tokio Hotel starten vor 5000 Fans Deutschlandtour

Kempten (dpa) - Sieben Minuten vor Konzertbeginn sind die knapp 5000 Fans in der Kemptener «BigBox» nicht mehr zu halten: «Wir wollen Tokio Hotel, wir wollen Tokio Hotel», rufen die meist sehr jungen Anhänger in Sprechchören.
Um 19.00 Uhr ist es dann so weit. Erst tauchen Scheinwerfer die riesige Bühne in gleißend weißes Licht, dann in rotes bis schließlich eine Stimme aus dem Off verkündet: «Willkommen im Tokio Hotel» - der Rest geht in ohrenbetäubendem Gekreische der überwiegend weiblichen Fans unter.
Wie beim Auftakt ihrer Europa-Tournee «Zimmer 483» vor zehn Tagen in Prag startet die Magdeburger Band auch bei ihrem ersten Deutschlandauftritt mit dem Hit «Übers Ende der Welt». Treibende Kraft der Gruppe ist wie immer der 17 Jahre alte Sänger Bill, der lässig in Jeans und T-Shirt und mit Totenkopf-Halsband geschmückt sein Publikum voll im Griff hat. Jede Geste und Bewegung des Musikers wird nachgeahmt, jeder Aufforderung zum Klatschen oder Winken eifrig nachgekommen. «Ich glaub' ich war noch nie bei einem Konzert so am Schwitzen wie heute», bekennt Bill schließlich und kippt Wasser ins Publikum.
Nach drei akustisch vorgetragenen Zugaben, die beweisen, dass Tokio Hotel auch ohne elektrische Verstärker überzeugen, ergießt sich ein funkelnder Schnipselregen über die Fans und alles ist vorbei.

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Die Fantastischen Vier: Schluss mit lustig

Kritische Statements sind bei aktuellen Songs eine Seltenheit. Das neue Video der Fantastischen Vier zu „Ernten was wir säen“, der ersten Single ihres gerade erschienen Albums „Fornika“, bildet da eine der wenigen Ausnahmen. Doch ist deswegen gleich die komplette CD ein kritisches Werk?

Man darf es erwarten, denn die vier sind schließlich nicht mehr die Jüngsten. Smudo und Thomas D. feiern im kommenden, Andy Rieke und DJ Beck in diesem Jahr ihren Vierzigsten. Und in dem Alter sieht man die Welt mit anderen Augen als noch mit Anfang zwanzig. Insofern hat die Musik auf „Fornika“ auch nur noch sehr wenig mit den poppigen Hip-Hop-Hits wie „Die da!?!“ oder „Sie ist weg“ zu tun. „Wir haben ja einen Ruf als innovative Band zu verteidigen“, hat Smudo in einem Interview gesagt.
Um so weniger überraschend, dass der Anfangssong „Mehr Nehmen“ nicht nur bereits eine der besten Nummern ist, sondern einem auch ohne Umschweife zu verstehen gibt, dass jetzt „Schluss mit lustig“ ist. Die Musiker wollen den Hörer aufwecken und mobilisieren. Sie wollen zeigen, wie falsch die Dinge in unserer Gesellschaft laufen. Diese Botschaft vermittelt auch das Stück „Einfach sein“: „Wir treten nur auf der Stelle versteh doch es geht um unsere Existenz / Vergiss das Materielle den Job vergiss Mercedes Benz.“

Wer jetzt glaubt, bei all dieser Gesellschaftskritik spiele Unterhaltung bei den Fanta 4 eine untergeordnete Rolle, liegt trotzdem falsch. Die überwiegend handgemachte Musik lädt immer wieder zum Tanzen ein. Dazu eignen sich die seichteren Titel am besten; etwa das von Blasinstrumenten getragene Stück „Nikki war nie weg“ oder die hypnotische Nummer „Fornika“. Allerdings offenbart der Großteil der Musik kaum noch Schnittmengen mit klassischem Hip-Hop. Ausnahme: der Anti-Nazi-Song „Du mich auch“ im Stil der jungen „Beastie Boys“. Ansonsten werden diverse Elemente aus Rock und Pop eingeflochten. Entsprechend vielfältig klingt das komplette Werk auch unterm Strich. Frank Magdans

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Nine Inch Nails: Liveschmerz auf DVD

Hamburg (dpa) - Während die Fans von Nine Inch Nails die Puzzleteile des viralen Marketingkonzeptes um das im April erscheinende neue Album «Year Zero» zusammenfügen, ist als Appetithappen bereits die Live-DVD «Live: Beside you in Time» erschienen. Und die besticht, wie alle Veröffentlichungen der Band durch Qualität.
Alle 24 Songs kommen im Dolby Digital 5.1 Surround Sound daher, dem Eigentümer von Surroundanlagen bietet die DVD zusätzlich eine praktische Audio-Optimierung an. Textunsichere Fans können sich außerdem die Lyrics zu allen Songs einblenden lassen, einige Songs bieten auch noch eine alternative Kameraansicht. Der Bonusteil ist mit drei Proben- sowie drei Musikvideos, einer netten Diskographie und einer Fotogallerie allerdings nicht gerade üppig ausgefallen.
Der Auftritt selbst zeigt die Nine Inch Nails, wie man sie kennt: Frontmann Reznor treibt seine hochkarätig besetzte Band zu Spitzenleistungen an. Der Sound ist glasklar und enorm druckvoll; Lichtshow und Visualisierungen wirken teuer und sind perfekt auf die Performance der Band abgestimmt.
HIts wie «March of the Pigs», «Burn» oder «Head like a Hole» klingen durch Reznors Stimmgewalt beängstigend gut, aber auch das eher poppige Material von «With Teeth» entwickelt live wirklich Reißzähne. Für Fans dürften vor allem die Aufnahmen der neuen Songs interessant sein, alle anderen bekommen eine äußerst intensive Performance einer der besten Livebands im Metal/Industrialbereich.

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Herbert Grönemeyer ist wieder da

Köln (dpa) - Herbert der Trauernde, der von Schicksalsschlägen Gebeutelte, gehört definitiv der Vergangenheit an. Er ist, wie er selbst sagt, «irritierend gut gelaunt». Vielleicht ist das auch einer der Gründe dafür, dass er zurzeit so zufrieden mit seinen Landsleuten ist. In einem seiner Lieder singt er gar: «Du küsst so wunderbar deutsch.»
Die Fans wissen natürlich schon lange, dass Herbert immer zuerst die Musik schreibt und sich dann unter Zuhilfenahme größerer Rotweinkontingente mit den Texten abmüht. Im Kölner Rheinforum sind die Ergebnisse dieser Arbeit nun fast schon in Stein gemeißelt: Mit großem Aufwand hat der Musikkonzern EMI jedem der zwölf neuen Lieder ein eigenes Zimmer gewidmet und die Texte dort an die Wand geschrieben oder auch auf die Decke projiziert. Jeder Raum ist anders eingerichtet - je nach dem Charakter des Liedes als herbstliche Allee, afrikanische Wüste oder politischer Versammlungsraum.
Stolz ist Herbert zum Beispiel auf seine Wortschöpfung «Tiefschneekamerad».
Andererseits weiß er auch, dass er jedes Mal «ein paar Kuckuckseier» legt. In diese Kategorie fällt oft der letzte Text, den er unter großem Zeitdruck wenige Tage vor dem Abgabetermin schreibt.
Die Texte sind, man kennt es ja, streckenweise kryptisch: «Ist mein Konto schlank, wechsel ich schnell die Bank. Jedes Ändern ist ein Anfang. Ist die Arie aus, verlass ich das Opernhaus.»
Zur religionskritischen Single «Stück vom Himmel» erläutert er: «Es geht in diesem Lied nicht um eine Abkehr von Religion. Aber Religion ist 'was Intimes, Privates. Die Welt retten wir nur gemeinsam.» Tiefschneekameraden aller Länder, vereinigt euch.

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Die Sugababes als singende Messemädels

Zickenkrieg ade??? Es gab Zeiten, da spürte man förmlich die Reibereien bei den Sugababes. Szenekenner verbreiteten immer wieder Trennungsgerüchte. Doch es drehte sich nur das Personalkarrussell: Von der Originalbesetzung, die von 1997 an die Charts aufmischten, war am Samstag beim Auftritt des Trios am Rande der CeBIT-Messe im deutschen Pavillon auf dem Expo-Gelände nur noch Keisha Buchanan dabei.

Doch die scheint sich mit den beiden später dazugestoßenen Amelle Berrabah und Heidi Range prächtig zu verstehen. Zumindest flachsen sie zwischen den Stücken und lächeln die ganze Zeit, wenn sie nicht gerade singen. Letzteres können sie übrigens gut. Bei ihrem Programm mit allen ihren Hits von „Too lost in you“ bis zu „Easy“ und „Red Dress“, liegt der Schwerpunkt auch auf der Musik – auf Show-Spielereien verzichteten die drei Grazien genauso wie auf Garderobenwechsel.

Ihnen genügt ein Mikro, der dazugehörige Ständer zum Herumdrehen bei „Round, round“ und ein Barhocker für „Overload“. Musikalisch eine runde Sache, nur voll war die Hütte längst nicht. Noch ganz schön viel Platz bot der deutsche Pavillon, und das, obwohl das von einem Mobilfunkanbieter gesponserte Konzert mit freiem Eintritt lockte. An der Beliebtheit der Zuckerpuppen kann es nicht gelegen haben; sie sind die erfolgreichste britische Girlgroup seit den Spice Girls. So hatte das Ganze das Flair einer Nach-Messe-Party. ag

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Mehr Glitzer: Nelly Furtado wagt Neues

„Woah, Nelly“, wie haste Dir verändert – um mal den Titel ihres ersten Albums zu zitieren. Vor sechs Jahren turnte Nelly Furtado noch in Jeans und bauchfreiem Top über die Bühne. Jetzt, auf ihrer „Get Loose“-Tour, bei der sie am 11. März vor rund 7000 Besuchern in Hamburgs Alsterdorfer Sporthalle Station machte, hat sie sich zu einer kleinen Diva gewandelt – zumindest was die Klamotten anbelangt.

Abendkleid, Glitzertop oder auch mal ganz in schwarz. Furtado ist jetzt auch an dem Punkt, der von A bis Z choreographierten Shows angelangt. Unterstützt wird sie von einer Live-Band und vier Tänzern. Und doch unterscheidet sie vieles von den Möchtegern-Diven: Sie kann wirklich singen, pflegt den Kontakt zum Publikum und freut sich sichtbar, dass ihr Stilwechsel vom Folklore-Rockpop hin zu mehr Disco und Hip-Hop so viele Menschen begeistert. Und passend zum neuen Stil gibt es einen Hauch von Glimmer-Glitter-Show. Das können andere allerdings besser, bei ihr wirkt es ungewohnt.

Die Fans lauschen andächtig, wenn sie ihre Ballade „Try“ zum Besten gibt. Dass keine Lethargie aufkommt, dafür sorgt die 28-jährige Sängerin schon selbst: Mit Coversongs, Gnarls Barkleys „Crazy“ als A-capella-Version oder Justin Timberlakes „SexyBack“, und ihren eigenen, flotteren Nummern. Die alten Sachen wie „Turn off the Lights“ bekommen ein moderneres Gewand mit ein paar Dancefloor-Beats vom DJ-Pult, und auch die neuen Stücke vom aktuellen Album werden live anders präsentiert, sind keine bloßen Abziehbilder der CD – wie sie mit einer fulminanten Langfassung von „Maneater“ beweist. Andreas Gereke

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«Hellblau»: Echt-Sänger Kim Frank mit Solodebüt

Nach fast fünf Jahren auf Tauchstation hat Kim Frank, der frühere Sänger der Teenager-Popband Echt, mit dem Album «Hellblau» sein Solodebüt absolviert. Aus dem Milchbubi und Mädchenschwarm ist ein ausgewachsener Melancholiker geworden.

Nach einer steilen Karriere als Teenager-Star mit der Schulband Echt kam der Absturz. Kim Frank nennt es die «Phase der Verarbeitung». Nach der Auflösung der Band im Jahr 2002 kam die Trennung von seiner damaligen Freundin.

Zwar klingt der Titel «Hellblau» leicht und fröhlich, doch durchziehen das neue Album vor allem Schmerz, Liebe, Trennung und Einsamkeit. Die erste Single «Lara» taugt somit auch gleich als Ohrwurm für Liebesgeplagte: «Vorbei, vorbei, die Zeit zu zweit, ich fühl' mich bereit für die Traurigkeit.» «Sehnsucht und Melancholie sind die Essenz von Popmusik», erklärt Kim Frank. Und manche Frauen keine schlechte Inspiration dafür. «Es gibt Frauen, da kommst du auf die besten Ideen, nur weil sie dasitzen. Die inspirieren dich in den schnödesten Momenten.»

Das Leid ist für ihn, der derzeit auch privat solo ist, nicht nur stetiger Quell neuer Ideen, sondern auch Koketterie. Wenig erbaulich klingt dann auch sein persönliches Lieblingslied der neuen Platte, «Für schlechte Zeiten»: «Ich kann und will nicht mehr, mein Leben gibt nichts her. Ob's jemals anders war, ist nicht mehr klar.»

Trotz der frustigen Zeilen will Kim Frank mit seinem soften und eingängigen Gitarren-Pop wieder Deutschland erobern. «Live spielen ist wie Sex. Das hat mir sehr gefehlt.» Am 21. Mai beginnt voraussichtlich seine Tour in Flensburg. Konzerte sind auch in Hamburg, Berlin, München, Köln und Dresden geplant. Und kommendes Jahr will er dann eine neue Platte herausbringen.

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Zweites Album der Arctic Monkeys kommt

Sie gelten als die ersten «Download-Superstars». Die britische Band Arctic Monkeys füllte schon große Konzerthallen, als sie noch nicht einmal einen Plattenvertrag hatte und ihre Fans nur über das Internet erreichte. Am 20. April erscheint mit «Favourite Worst Nightmare» die neue Platte des Popwunders.

«Groß anstrengen mussten wir uns für das neue Album nicht», erzählt Schlagzeuger Matt Helders. «Als wir die erste Platte machten, hatten wir schon viele Ideen für die zweite.» Keine Rede also vom so oft beschworenen, schwierigen zweiten Album. Rund drei Monate habe man an dem Album gefeilt.

Die Musiker, keiner älter als 22, scheinen vor Kraft zu strotzen. Das gilt auch für die erste Single «Brianstorm» (Veröffentlichung 13. April) - «ein kleiner Schocker und sehr energetisch», verspricht Helders und fügt hinzu: «Genau das Richtige, um sich zurückzumelden.»

Die Band hat sich weiterentwickelt, das neue Album klingt variabler. Es gibt viele Tempowechsel, trotz Gitarrensounds darf auch das Tanzbein wieder geschwungen werden, und einige nachdenkliche Songs sind dabei. Sogar ein wenig Romantik darf sein, wenn Frontmann Alex Turner in «Only Ones Who Know» über die Liebe nachdenkt. Insgesamt sei alles etwas extremer, sagt Helders. «Die weichen Songs sind weicher und die harten Songs härter als beim Debüt.»

Für den Sommer ist eine Deutschlandtour geplant, genaue Termine gibt es noch nicht. Anfang Juni spielen die Arctic Monkeys bei Rock am Ring.

www.arcticmonkeys.com

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Bushido rappt in Magdeburg

Kann ein „Staatsfeind Nr. 1“ ein guter Junge sein? „Ersguterjunge“, so der Name seiner neuen Truppe, und „Ersguterjunge“, wenn’s darum geht, auf der Bühne was zu zeigen. Bushido füllte die Konzertsäle – nicht nur einmal. Auf seiner „Von der Skyline zur Bühne zurück“-Tour gab es in Braunschweig an der Kasse keine Tickets mehr für das Konzert, und in Magdeburg musste er gleich zweimal von der Skyline zum Bordstein zurück, um die Nachfrage nach dem Rapper zu befriedigen.
Der Berliner Junge beweist, dass er im vergangenen Jahr zu Recht den Echo in der Kategorie „Bester deutscher Live-Act“ erhielt. Er ist halt eine Rampensau, die seine Fans bestens zu unterhalten versteht. Der Aufforderung im Konzert, Feuerzeuge anzuzünden, kommen die Fans nach. „Verdammt viele Lungenkrebs-Kandidaten hier“, frotzelt er. Und als der Saal in kleinen Flammen und Handy-Displays erstrahlt, da steht fest: „Grönemeyer kann jetzt auf den Baum klettern.“ Dialog ist eine seiner Stärken.
Aber der Rapper ist umstritten. In die Schlagzeilen gerät er, weil er zusammen mit Leibwächtern einen Mann mit Fußtritten und Schlägen verletzt haben soll, der angeblich die Reifen seines 7er-BMW zerstochen hatte. Meist sind es die Texte, die die Kritiker empören. Doch in Zeiten der politischen Korrektheit findet er mehr denn je Fans, die zu den Beats wippen und bei den Raps an seinen Lippen hängen – und wenn er das Mic zu Seite legt, ist es für sie das Zeichen, das Wort zu ergreifen. Und wer ihn nicht mag, der geht sowieso nicht hin – während er mittlerweile vom Rüpel-Rapper zum Schulhof-Schlichter avanciert, um zwischen Lehrern und Jugendlichen für ein besseres Klima zu sorgen. Auf seinen Konzerten herrscht jedenfalls schon lange bestes Klima: Für die Fans ist er King-Bushido. Deutsch-Rap soll dank seiner Monarchie Ghetto sein. Yo, Man. ag

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Punks treffen sich beim UK Subs-Konzert

OTHFRESEN. Bei den Musikern und bei den Besuchern trafen am Donnerstagabend im Dorfgemeinschaftshaus in Othfresen zwei Punk-Generationen aufeinander. Beide reichten aber nicht aus, um den Saal zu füllen. Mit knapp 150 Gästen blieb die Resonanz unter den Erwartungen der Gemeindejugendpflege.

„Vor 25 Jahren hat mein Vater noch gesagt ,Das ist ’ne Phase‘“. Aber Dirk Sonnemann aus Goslar, der sich als Sunny vorstellt, trägt auch mit 43 Jahren noch eine Jacke voller Sticker und geht ins Dorfgemeinschaftshaus Othfresen, um die englische Punkband UK Subs zu hören. Mit seinen gleichgesinnten Freunden. „Wir sind Punkveteranen seit 1977.“ Als UK Subs-Frontman Charlie Harper die alten Lieder ins Mikrophon röhrt, singen sie lauthals mit. Und wippen ein bisschen im Takt. Hüpfen und Schubsen Bis auf die alten Jacke sind sie schlicht schwarz gekleidet, und was von ihren Haaren noch da ist, hat eine normale Farbe. Die pinken, grünen, gestreiften Haare, die Irokesen-Frisuren, Ringelsocken, Schottenröcke, Nietenjacken, Nasenpiercings sind nur an den jüngeren Besuchern zu sehen. Die können zwar nicht mitsingen, viele kennen die UK Subs nur vom Hörensagen, aber sie machen richtig Party, hüpfen sich gegenseitig anrempelnd wild vor der Bühne herum, während die Oldies gebürenden Abstand halten. „Das sind gar keine richtigen Punks“, sagt einer der „Veteranen“ etwas verächtlich.

Auch die UK Subs sind Veteranen, die seit 30 Jahren auf der Bühne stehen. Insbesondere dem Sänger sieht man das auch an. Harper guckt sich den Auftritt des Nachwuchses an, der Vorband „Platzverweis“ aus Liebenburg – auch hier trifft Alt auf Jung. „Die bewegen sich nicht, haben keine Energie. Sie spielen gut, aber was sie spielen, ist eintönig“, meint der erfahrene Musiker, der eine Kette mit Schloss um den Hals trägt und mit Tattoos übersät ist. „Die Bühne ist ein Schlachtfeld. Du musst sterben, du musst töten.“

Ihr Auftritt: natürlich viel professioneller. Den mit knapp 150 Leuten nur mäßig gefüllten Saal bringen sie zwar nicht zum Kochen, aber zumindest die ersten Reihen zum Tanzen. Trotzdem: Applaus und Gejohle bleiben dünn. „Ich glaube, ihr müsst mehr Bier trinken“, sagt Harper. Er selbst braucht so eine Aufforderung nicht, lässt sich Nachschub an die Bühne bringen. „Ich find’s toll, aber ich hätte mir gewünscht, dass mehr kommen“, sagt Gemeindejugendpfleger und Organisator Gerold König. „Aber ich denke nicht, dass wir mehr Werbung hätten machen können.“ Immerhin seien alle Sorgen entkräftet worden, das Haus würde in Brand gesetzt oder ähnliches.

Die wilden Zeiten sind wohl doch vorbei. Stattdessen freuten sich die UK Subs über die schicken Toiletten und hofften, sie würden im Laufe des Abends so bleiben (taten sie). Und da so ältere Herren schließlich auch ihren Schlaf brauchen, ist das Konzert pünktlich um halb zehn zu Ende. „Zu früh!“ finden die Jüngeren. Da sind die Punkveteranen schon weg. Müssen schließlich morgen arbeiten. jko

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Deine Lakaien im klassischen Gewand

Frankfurt am Main (dpa) ¬ Melancholisch-düstere Elektrosounds kombiniert mit klassischer Musik - beim Auftakt der Deutschlandtour des Duos Deine Lakaien trafen am Dienstagabend in der Frankfurter Alten Oper zwei Welten aufeinander: Die Orchestermusiker der Neuen Philharmonie Frankfurt und die Musiker Ernst Horn und Alexander Veljanov.
Die beiden Männer bilden seit 1987 das Duo Deine Lakaien. «20 Jahre Electronic Avantgarde» feiern sie auf ihrer Jubiläumstournee, bei der sie nun erstmals mit Orchester auf der Bühne standen. Die rund 2000 Fans in der ausverkauften Alten Oper reagierten begeistert auf das Experiment.
Dunkle Klänge und poetisch-nachdenkliche Texte sind das Markenzeichen der Band, die seit ihrer Gründung immer wieder für Überraschungen gut war und sich nie auf einen Stil festlegen ließ. Viele ordnen Deine Lakaien der Gothic-Szene zu, andere nennen Wave, Pop und Folk als Stilrichtungen. Auch mit Depeche Mode, Nick Cave oder den Einstürzenden Neubauten werden sie verglichen.
Mit ihrer eigenwilligen Musik haben sie sich eine treue Fangemeinde geschaffen. Dass Deine Lakaien-Anhänger nicht auf leichte Unterhaltung aus sind, spürte man an den ernsten Mienen und dem andächtigen Zuhören. «Über all die Jahre hat sich herauskristallisiert, dass unsere Musik dem Publikum wichtig zu sein scheint, und nicht nur dann, wenn es darum geht, Zerstreuung und Unterhaltung zu suchen», schreiben Veljanov und Horn im Programmheft. Reine Zerstreuung ist auch schwierig mit Stücken, die voller Fragen, Zweifel und Ängsten sind. «In einem Albtraum leben», «Ich stelle mich wieder selbst in Frage», «Das Ende naht» sind typische Liedzeilen.
Musikalisch gönnen die ungleichen Akteure bei ihrem eigens zusammen erarbeiteten Jubiläumsprogramm dem Publikum weitgehend Entspannung. Das Orchester ergänzt und bereichert die Songs zu eingängigen Klängen, avantgardistische, schräge und befremdliche Töne werden wohl dosiert verabreicht. Teilweise nimmt das Orchester den Stücken sogar etwas von ihrer Schwere und sorgt für ungewohnte Leichtigkeit.
Ob konventionell oder experimentell, auf jeden Fall erweist sich die Musik von Deine Lakaien als hervorragend geeignet für das orchestrale Gewand. Die klassische Verstärkung erschien keineswegs als gewöhnungsbedürftig, sondern von Anfang an als selbstverständlich ¬ so selbstverständlich, dass man die Orchesterbegleitung fast vermisste, als Deine Lakaien die ersten Songs nach der Pause allein spielten. Entsprechend groß war der Jubel, als die Orchestermusiker auf die Bühne zurückkehrten.
Dirigiert wurde das Orchester, das auch schon mit Künstlern wie Bobby Mc Ferrin oder Ian Anderson von Jethro Tull seine Offenheit für Grenzüberschreitungen zeigte, nicht von seinem Leiter Ralph Philipp Ziegler, sondern von Horn. Der studierte Dirigent hatte als Tausendsassa das Geschehen abwechselnd und teilweise sogar gleichzeitig an Taktstock (Orchester), Tastaturen (Computerelektronik) und Tasten (Konzertflügel) souverän im Griff, während sein Partner mit seiner eindringlichen düsteren Stimme am Mikrofon begeisterte.
Songs von allen bisherigen acht Studioalben haben Deine Lakaien gemeinsam mit dem Orchester eigens für die Jubiläumstournee, die auch auf CD und DVD verewigt wird, neu arrangiert. Die andächtige Stille während des mehr als zweieinhalbstündigen Konzerts wurde am Ende der Stücke immer von frenetischem Jubel abgelöst.

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Die Funk-Popper Level 42 sind wieder da

Hamburg (dpa) - Nach mehr als zwölf Jahren Pause wagten nicht einmal die treuesten Fans von Level 42 («Lessons In Love») daran zu glauben, dass die englische Jazz-Funk-Formation die Bühne je wieder betreten würde.
Nun feiert die Truppe um den Bass-Maestro Mark King fast in Urbesetzung ein gelungenes Wiedersehen auf Konzerten in Großbritannien und Deutschland und hat dazu ein neues Studioalbum im Gepäck. Die vor kurzem veröffentlichte CD «Retroglide» ist kein Meisterwerk, aber sie liefert genau die Level-42-Klänge, die man aus den 80er Jahren kennt und mag - eben Funkpop, hoch poliert und vom Feinstem.
Dank Kings furiosem Bass-Stil geht der Sound genauso in Bauch und Beine wie damals. Mit dabei sind sogar einige neue Ohrwürmer wie «Rooted» oder «The Way Back Home». Von London bis Leverkusen - wo auch immer King mit seiner beleuchteten Kurzhals-Bassgitarre in den vergangenen Wochen auftrat, die neu-alte Fusion aus Jazz und Funk vermochte volle Häuser zu begeistern, selbst wenn die alten Songs wie «Something About You» und «Running In The Family» am besten beim Publikum ankamen.
Ansporn genug für den 48-Jährigen jetzt über künftige Band-Projekte nachzudenken. Schließlich musste sich die Fangemeinde jahrelang mit mehr oder minder geglückten Solo-Projekten der ehemaligen und aktuellen Protagonisten zufrieden geben. «Die Shows in England und Deutschland waren fantastisch», sagt King in einem dpa-Interview. «Das ist wie eine zweite Chance für uns.»
Der Frontmann einer der populärsten Bands der 80er Jahre hat offensichtlich Lust, einfach da weiterzumachen, wo die Gruppe beim Abschiedskonzert in der Royal Albert Hall 1994 aufgehört hat. «Wir sind eine Band aus den Achtzigern, das sind unsere Wurzeln, und wir können und wollen sie nicht leugnen», sagt King. «'Retroglide' ist aber trotzdem nicht rückwärts gewandt. Heute klingen wir zwar wie damals - nur eben besser.»
Anfangs kombinierte Level 42 neue Sounds mit Funkelementen und gehörte zur Avantgarde der Szene. Mit der Wende zum Mainstream wurde die Band jedoch viel erfolgreicher und brachte mehr als 30 Millionen Exemplare ihrer Hitparadenerfolge an den Mann. Von 1980 bis zur Bandauflösung 1994 standen King und Co. mit The Police, Tina Turner und Madonna auf der Bühne. Heute besteht die Gruppe aus Mark King und seinem Sohn Nathan sowie Gary Husband, Lyndon Connah, Sean Freeman und dem Original-Keyboarder Mike Lindup, der erst seit wenigen Monaten wieder dabei ist.

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Wie ein alter Bekannter: Jarvis Cocker in Hamburg

Hamburg (dpa) - Jarvis Cocker verhält sich auf der Bühne wie ein alter Bekannter, der zu Besuch kommt, nachdem man ihn lange nicht gesehen hat: Er hat viel zu erzählen und er hat etwas mitgebracht.
Immerhin ist es auch acht Jahre her, dass der mittlerweile 43-Jährige - damals noch als Frontmann seiner in den 90er Jahren stilprägenden Band Pulp - in Deutschland aufgetreten ist. In den vergangenen vier Jahren war der Wahl-Pariser praktisch von der Bildfläche verschwunden und vertrieb sich die Zeit mit seinem kaum beachteten Bandprojekt Relaxed Muscle, dem Schreiben von Filmmusik für «Harry Potter und der Feuerkelch» sowie Kooperationen mit Nancy Sinatra, Marianne Faithfull, der Gainsbourg-Tochter Charlotte und dem französischen Synthiepop-Duo Air.
Aber während es selbst bei einem guten Bekannten oft eine Weile dauert, bis man wieder richtig warm miteinander wird, legt der frühere Britpop-Star bei seinem Konzert am 27. Januar in der Großen Freiheit in Hamburg los, als wäre er nie weg gewesen. Im Gepäck: Sein erstes, schlicht «Jarvis» betiteltes und im Herbst 2006 erschienenes Soloalbum. Wie schon bei früheren Konzerten mit Pulp, ist er zudem auch in Plauderlaune. Und wie es sich bei einem Wiedersehen nach längerer Zeit anbietet, schwelgt Jarvis nach dem ziemlich rockigen Eröffnungslied «Fat Children» erst einmal ein bisschen in Erinnerungen und glänzt dabei mit regionalem Fachwissen aus dem Geographie-Unterricht. «Hamburg liegt im Norden von Deutschland. Das habe ich mir früher immer wieder eingepaukt», berichtet er.
Aber nach einer jahrelangen Wiedersehenspause gilt es natürlich vor allem, schnell die alte Vertrautheit wiederzugewinnen. Dabei ist für den zuletzt fast bühnenabstinenten Künstler und seine Fans ebenso ein kleiner Neuanfang mit der Besinnung auf das Wesentliche ihrer früheren Beziehung hilfreich, wie bei Kumpels, die sich etwas fremd geworden sind. «Wir sind hier, um ein paar Songs zu spielen», stellt Jarvis klar, nachdem er sein graues Sakko abgelegt hat. «Und es ist Samstagabend...also lasst uns einander kennen lernen.»
Und tatsächlich stellt sich es sich ein, dieses Gefühl als hätte man sich erst kürzlich gesehen. In seiner unnachahmlich selbstironisch-dandyhaften und leicht anzüglichen Art, die dem blassen Schlaks mit den nach wie vor leicht strähnig herunter hängenden Haaren und der überdimensionierten Hornbrille vor Jahren irgendwie den Ruf eines Sexsymbols des Britpop einbrachte, tanzt der Familienvater mit ellbogenhoch gekrempelten Hemdsärmeln zu seinem neuen Material über die Bühne. Manchmal sieht er dabei ein bisschen aus wie ein Teenager, der vor dem Spiegel in seinem Zimmer die zur Musik passenden Bewegungen übt, bevor er zum ersten Mal in eine Disco geht. Nur cooler natürlich. «Hätte mein Freund wohl Verständnis dafür, dass ich meine, Sex mit ihm haben zu müssen, einfach nur weil er Jarvis Cocker ist?», fragt eine weibliche Konzertbesucherin ihre Begleitung am Ende eines Liedes.
Wer allerdings in die gut gefüllte Große Freiheit gekommen ist, um alte Pulp-Klassiker zu hören, ist fehl am Platze. Mit seinen fünf Musikern darunter der frühere Pulp-Bassist Steve Mackey präsentiert Mr. Cocker ausschließlich seine neuen Stücke. Das Chart-Potenzial früherer Tanz-Hymnen wie «Common People» oder «Disco 2000» haben diese nicht, intelligente Popsongs sind es allemal. Eingängige und doch originelle Melodien mit etwas verschrobenen Texten, die sich zwischen Gesellschaftskritik, Lästereien über die realitätsferne Kultur-Schickeria und dem Ratschlag an Frauen bewegen, ihre Zeit nicht mit den falschen Kerlen zu verplempern. Immer mit einem knochentrockenen Humor. Zum Leben erweckt werden die Lieder von der sonoren Stimme, die sich zwischendurch immer wieder in kreischende Höhen aufschwingt.
Zwischendurch klönt Jarvis zum großen Amüsement der gut 1000 Zuschauer über seine letzten Shopping-Erfahrungen («Ich trage diese Schuhe heute zum ersten Mal ich glaube, ich muss sie erst mal vernünftig schnüren»), das Hamburger Wetter («Draußen lag Schnee, als ich gestern hier angekommen bin. Aber wem sage ich das? Ihr wohnt ja hier»), seinen Deutschlehrer in der Schule («Er hatte eine weiße Strähne. Das sah immer aus, als hätte er Vogelscheiße im Haar») und darüber, welche Vokabeln aus dessen Unterricht hängen geblieben ist («Spiegelei mit Bratkartoffeln»).
Nach knapp einer Stunde räumt der Sänger zum ersten Mal die Bühne und kommt dann passend zu dem gemütlichen Abend mit einer Flasche Bier in der Hand zurück, die er nach zwei Schlücken in die erste Reihe reicht. «Es tut mir leid, aber uns gehen die Songs aus», gesteht er nach der ersten Zugabe. «Also spielen wir noch einen alten.» Die lautstarken Forderungen nach Pulp-Hits werden weiterhin geflissentlich ignoriert, was folgt ist eine mitreißende Version des David-Bowie-Klassikers «Space Oddity». Ein letztes Mal wirft sich Jarvis in Pose. Die Faust gereckt, die Bewegungen der in gleißend-weißes Licht gehüllten Silhouette zwischen Boygroup-Performance und der Parodie einer antiken Tempeltänzerin. Dann ist das Wiedersehen vorbei. Es bleibt der Vorsatz, dass man sich bis zum nächsten Treffen nicht wieder so lange aus den Augen verliert: «Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.»

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Shakira: Zu viel Bauchtanz in Hannover

Ein schicke Showbühne, eine raffinierte Lichtshow, viele Kostümwechsel, eine Tanzgruppe im Hintergrund und eine ausgeklügelte Choreographie – auf all das verzichtet Shakira bei ihrem Auftritt in der TUI-Arena am vergangenen Sonntag. Im Mittelpunkt steht ganz sie selbst, in Großaufnahme auf zwei Leinwände neben der Bühne projiziert. Sie meist in knappem Oberteil und tief sitzender Hose, auch mal im wallenden roten Abendkleid und dann sogar fast züchtig in Schwarz mit bedecktem(!) Bauchnabel. Ihr Hüftschwung, das ist ihre Show. Er ist ihr Markenzeichen, das sie perfektioniert hat und an diesem Abend im Exzess vorführt. Sowieso bei dem Hit „Whenever, Wherever“, der das Publikum von den Sitzen reißt, und für den sie in ein knappes orientalisches Glitzerkostüm wechselt, aber auch bei fast allen anderen Liedern. Shakira windet sich halbnackt auf der Bühne, verrenkt ihre Hüften, schüttelt den Busen – schade. Das hätte sie nicht nötig. Das haben nur Sängerinnen, die sonst nichts können. Aber Shakira singt toll, komponiert Ohrwürmer, zu denen man einfach tanzen muss, und tobt so energiegeladen über die Bühne, dass es mitreißend ist. Alle ihre Hits wie „Don’t Bother“ und „Hips Don’t Lie“ kommen an diesem Abend dran, aber auch die unbekannteren Stücke, vor allem die spanischen, die nicht im Radio rauf und runter laufen. Mit denen überzeugt sie noch mehr als mit den englischen Liedern, denn sie passen noch besser zu ihr. Sie braucht sich also nicht aufzuführen wie eine orientalische Stripperin. Sie könnte sich ruhig was anziehen.jko

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Konzertkritik: Juli

Das Bühnenbild lädt zum Lästern ein. Vier riesige Lampenschirme schmücken diese Lounge, die Juli für ihre Tour-Auftritte aufbaut. Wer am Donnerstag im hannoverschen Capitol genau hinsah, entdeckte neben der netten Dekoration noch vier leibhaftige Statisten. Was auch immer die jungen Herren anstellen, die als Band so schöne Musik beisteuern – sie wirken wie hingestellt und nicht abgeholt, sie stehen im Schatten einer Leuchte namens Eva Briegel. „Was geht?“ ruft die Sängerin in die Menge. Ganz viele Töchter sind gekommen. Aber auch viele Mütter. Alle himmeln die Frontfrau an, die so natürlich wirkt, so ungelenk und so erfrischend. Die Musikbranche ist und bleibt bescheuert. Als Juli 2001 anfingen zu rocken und zu poppen, sangen sie englisch, aber keine Sau wollte das gut finden. Heute trällert Briegel mit ihren 28 Jahren an kalten Januar-Tagen im Auftrag von Juli deutsche Balladen über den tristen November, und alle sind glücklich und schmachten. Das Schöne an dieser Vorzeigesängerin ist das Schlechte: Sie kann nicht tanzen, sie beherrscht das Posen nicht, sie patzt bis heute bei den ganz hohen Töne von „Geile Zeit“. Doch das Geheimnis auch an diesem herrlichen Konzertabend bleibt: Briegel und Juli wirken echt und ehrlich. „Immer werden wir so bleiben“ singt die Frau in den unsexy Kniestrümpfen und Uralt-Turnschuhen in die Runde. Man möchte ihr gleich drei Daumen auf einmal drücken, dass die Unbekümmertheit dieser Band nicht vor lauter Erfolg wie so oft verloren geht. Im Grunde sind Juli eine schlechte Live-Band. Dem aktuellen Album „Ein neuer Tag“ fehlt der Schwung der Erfolgsscheibe „Es ist Juli“, Variationen zu den Studioversionen sind auf der Bühne Mangelware. Na und? Das Konzert startet, indem sich Briegel im Dunkeln einfach hinters Mikro stellt, die Augen schließt, kurz wartet, um uns alle für den Alltag zu dopen. „Ich liebe dieses Leben“ ist eine unverschämt schöne Hymne. Zum Rausschmiss aus dem Saal gibt es „Die perfekte Welle“, jenen Hit, der einst fast im Papierkorb gelandet wäre, aus Juli aber eine topangesagte Band mit Bambi-Auszeichnung und allerlei anderem Lametta gemacht hat. Der Eva, so heißt Frau Briegel bei den Mädels in der ersten Reihe, sind all die Orden, Preise und Euro nicht als Last anzumerken. Vier Lampenständer, dazu diese eine helle Glühbirne – sie sind und bleiben der Lichtblick in der neue deutschen Welle.co

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«Neil Young - Heart of Gold» auf DVD

Hamburg (dpa) - Es ist ein fast magischer Moment: Ganz allein sitzt Neil Young auf der Bühne im legendären Ryman Auditorium von Nashville.
Die Zuschauerränge sind längst leer, während der berühmte Musiker am Ende des Abends ein letztes Lied spielt, dann die Gitarre einpackt und langsam im Dunkeln der Kulissen verschwindet. Intensive und emotionale Augenblicke gibt es viele in Jonathan Demmes neuem Konzertfilm «Neil Young - Heart of Gold», der jetzt auf DVD vorliegt.
Selbst wer sich nicht zu den Fans von Neil Young zählt, wird von den Emotionen und den lyrischen Songtexten gefangen genommen. Zehn Tage lang hat Regisseur Demme Neil Young im August 2005 mit der Kamera begleitet - erst bei den Proben, dann bei zwei Konzerten, in denen Young sein neues Album «Prairie Wind» zum ersten Mal vor Publikum spielte.
Rund 100 Minuten lang zeigt Demme, der als nächstes einen Film mit Fats Domino plant, einen seiner Lieblingsmusiker ganz nah. Nur am Anfang kommen Youngs Freunde zu Wort - Musiker, mit denen er nicht nur «Prairie Wind», sondern viele andere Alben und Songs aufgenommen hat. Die Country-Sängerin Emmylou Harris ist ebenso dabei wie der Keyboarder Spooner Oldham und der Gitarrist Grant Boatwright.
«Ich wollte nur gut spielen und die Bühne mit meinen Freunden teilen, das Beste von mir geben», sagt Neil Young vor seinem Auftritt im Ryman Auditorium, wo schon Legenden wie Johnny Cash oder Hank Williams ihre Kunst darboten. Auch die beliebte Radio Show «Gran Ole Opry» wurde rund 30 Jahre lang in dieser «Mother Church of Country Music» (Mutterkirche der Country-Musik) aufgenommen.
Anders als bei Demmes actionreichem Musikfilm «Stop Making Sense» über die Band «Talking Heads» sind die Bilder diesmal ruhig. Neun Kameras nehmen die Musiker ins Visier, zeigen ihre Gesichter, ihre Blicke. «Ich wollte nicht, dass etwas die Leute davon ablenkt die Texte zu hören, die Geschichten aufzunehmen und die Gefühle zu erleben, die in diesen Liedern enthalten sind», erklärt Demme. «Wenn er diese Lieder singt, dann kommen sie direkt aus seinem Herzen.»
Wer sich von dem Film einen Blick hinter die Kulissen der Musikerwelt erhofft, wird jedoch enttäuscht. Es ist ein reiner Konzertfilm. Innig besingt Neil Young alte, bodenständige Ideale: Heimat, Liebe und Familie und die Sehnsucht nach dem trauten Glück. Wenn Sängerin und Gitarristin Pegi Young neben ihren Ehemann Neil tritt und mit ihm singt, ist die Anziehung zwischen beiden zu spüren. Verständnisvoll lächeln sie sich zu, wenn Neil Young seiner Tochter, Anfang 20 und langsam flügge, das Lied «Here for You» widmet.
Ein Teil der emotionalen Dichte des Films rührt wohl auch daher, dass Neil Young kurz zuvor ein lebensgefährliches Aneurysma im Gehirn entfernt worden war. In den Wochen zwischen der Diagnose und der erfolgreichen Operation hatte er das Album «Prairie Wind» geschrieben. «Er sagte, er hätte sich früher wie ein Riese gefühlt, der große Schritte auf seinen Reisen macht», erinnert sich Demme an ein Gespräch mit Young. «Jetzt fühlt er sich wie ein Blatt, das auf einem Fluss treibt und überrascht ist von allem, was es dabei sieht.»

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Intim und eingängig: Norah Jones stellt neues Album vor

Baden-Baden. Rund eine Woche vor der offiziellen Veröffentlichung hat die US-Sängerin Norah Jones am Mittwochabend in Baden-Baden ihr neues und drittes Album vorgestellt.

Vor rund 450 Gästen spielte die US-Sängerin auf Einladung des SWR bislang unbekannte Stücke des Werks «Not Too Late» ebenso wie Hits, die sie in den vergangenen Jahren schlagartig bekannt gemacht hatten. Die Fans in der intimen Clubatmosphäre des neubarocken Stadttheaters begrüßten und begleiteten die Musikerin begeistert.

«Welch ein Mini-Theater», zeigte sich die US-Sängerin von dem Theatersaal in Baden-Baden beeindruckt. Im knappen schwarzen Babydoll und pinkfarbenen Strumpfhosen konnte sie unter dem puttenbedeckten Deckengewölbe zwar mit ihrer sanften Stimme überzeugen, ein Funke zwischen Bühne und Publikum vermochte allerdings nicht überzuspringen.

Auch auf dem neuen Album, das zum ersten Mal ausschließlich aus Eigenkompositionen der Sängerin, Songwriterin und Pianistin zusammengestellt ist, bleibt die 27-Jährige ihrem Musikstil treu: Mit einer klaren Stimme erzählt sie von privaten Erfahrungen und der verloren gegangenen und wieder gefundenen Liebe zu eingängigen und ruhigen, aber auch wenig spannungsreichen Melodien. Dabei weist sie auch melodiös immer wieder auf ihre Leidenschaft für die Country-Musik hin.

Für ihr Debüt «Come Away With Me» aus dem Jahr 2002 war Jones als bis dahin weitgehend unbekannte Sängerin mit acht Grammys ausgezeichnet worden. Sie erhielt in den vergangenen Jahren außerdem bereits zwei World Music Awards, einen Brit Award und einen Echo. Insgesamt wurden weltweit mehr als 30 Millionen Alben der New Yorkerin verkauft.

Im Rahmen der Konzertreihe «SWR3 hautnah» standen vor Norah Jones bereits Stars wie Lionel Richie, Ronan Keating, Juanes, Katie Melua, James Blunt und die Simple Minds auf der Bühne.

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100 Indie-Musiker im "Skizzenbuch unterwegs"

In ihrer skizzenhaften Unmittelbarkeit kann die Zeichnung im besten Fall ein direkter Weg zur Seele eines Künstlers sein, der seiner Inspiration mehr oder weniger einfach freien Lauf lässt.
Mit dem außergewöhnlichen und einmaligen Projekt "Skizzenbuch unterwegs" vermag man jetzt, so scheint es manchmal, zahlreichen Musikern - vornehmlich aus der Indieszene - fast direkt ins Herz zu sehen.
Der Journalist Manuel Schreiner und die Kunstpädagogin Silke Leicher kamen auf die glänzende Idee, Musikern Zeichnungen und Skizzen von besonderen Orten anfertigen zu lassen, die einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben. Momentaufnahmen aus Hotelzimmern, Konzerthallen, Dörfern, Städten, Herrenhäusern, Kinderzimmern, Träumen oder auch dem Ende der Welt kamen dabei heraus.
Skurriles, Überraschendes, Flüchtiges und zahlreiche kleine Meisterwerke entstanden, die durch eine dazugehörige Geschichte noch eine zusätzliche Beschreibung erfahren. 100 Originale von Adam Green und Keane, über Coldplay und Franz Ferdinand bis zu Maximo Park und ...Trail Of Dead sind auf diese Weise zusammengekommen.
Pete Doherty lieferte bruchstückhafte Impressionen von einem bizarren Trip nach Moskau ab: "Zum Beispiel gab es diese komischen kleinen Burschen mit den großen Köpfen, die Tiere töteten und selbst von Metzgern gejagt wurden", erläutert er. Paul Smith von Maximo Park hat ganz akkurat ein Parkdeck in Köln gezeichnet. Er erinnert sich: "Dieser Platz ist auf merkwürdige Art wie ich: Anonym, trostlos und leer und dabei einfach nur Realität. Er ist einfach ein schöner Ort - für mich."
Noel Gallagher kann einem Parkdeck sicherlich nichts abgewinnen, denn ihn zieht es immer wieder nach Ibiza, wo er ein Haus besitzt: "Ich liebe diese Insel sehr! Man begibt sich dorthin, um sich zu entspannen oder um durchzuknallen. Na ja, ich gebe zu, ich knalle dort öfter durch, als dass ich mich entspanne." Auf seiner Zeichnung ist ein Smiley zu sehen. Schön. Oasis halt.
Als Bilderfibel und Lesebuch mit Kurzbiographien im Anhang ist "Skizzenbuch unterwegs" ein unerlässliches und unverzichtbares Kompendium für jeden Indiefreund, der abseits der gängigen Biographien ein bisschen mehr erfahren will über die Musiker und ihre Musik.
Mehr Infos unter www.rockbuch.de.

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Balkan-Pop sorgt für Stimmung

Manche Musik ist einfach zum Tanzen da: Wer bei den derzeit angesagten Klängen aus Osteuropa nicht zappelt, hüpft, sich wiegt oder im Kreise dreht, muss schon ein sehr unmusikalischer oder stoischer Charakter sein.
Folklore-Bands aus der Ukraine, aus Russland, Serbien, Kroatien, Ungarn, aber auch aus Israel und Amerika sorgen in den Clubs und Konzertsälen von Berlin über Köln bis Frankfurt für Begeisterung.
Das Besondere: Die Musiker puzzeln stilistisch zusammen, was die Pop- und Rockmusikkiste hergibt. Traditionelle Roma-Klänge oder Klezmer treffen auf HipHop, Elektro, Oriental, Ska, Jazz, Samba, Reggae, Rock und Country. Das Ganze firmiert häufig unter dem Oberbegriff Balkan-Pop, auch wenn viele Musiker gar nicht aus Balkanländern stammen.
So wie im Fall der israelischen Musiker der Gruppe Balkan Beat Box aus New York, die im vergangenen Spätherbst ein fulminantes Konzert in Köln gaben. Schon der Auftakt war ein Höhepunkt: Mit Trommeln, Saxofon und Flöte ausgestattet sowie mit Tiermasken verkleidet, heizten die Jungs inmitten der Zuschauermenge ein, bevor sie auf die Bühne sprangen.
OMFO, eine Ein-Mann-Band, lieferte unlängst den Sound zur Kino-Satire «Borat». In Berlin sorgt der russische Autor Wladimir Kaminer mit seiner «Russendisko» seit einigen Jahren für Zulauf und reichlich Wodka-Umsatz. Denn der gehört unweigerlich dazu, wenn auf Osteuropa-Pop getanzt werden soll. Zu den Stimmungsmachern unter den russischen Bands zählt Leningrad: 15 Musiker, die Ska, Salsa und Rock mit Folklore mixen. In ihrer Heimat gehören sie zu den Top Ten. Rockig und punkig geht es außerdem auch bei Haydamaky aus der Ukraine zu. Ihr Stil: «Karpaten-Ska».
Zu den überregional bekanntesten Disc-Jockeys gehört der Frankfurter DJ Shantel, der mit seinem «Bucovina Club» um die Welt reist und die Bands aus Osteuropa auf dem eigenen Label «Essay Recordings» herausbringt. 2006 gewann er den BBC World Music Award und gilt bei Fans als «König des Balkan Dancefloor».
Ruhiger und entspannender ist zum Beispiel der elektronische Sound von Erik Sumo aus Ungarn sowie die jüngst von Fans und Medien groß gefeierte Musik von Zach Condon alias Beirut aus New Mexico. Condon verknüpft sehr gekonnt Independent-Rock mit Gypsy und die Gitarre mit Ukulele, Violine, Klavier und Akkordeon. Wie die anderen Bands sorgt auch Beirut für ausgelassene und zugleich melancholische Stimmung und bringt Orient und Okzident, Ost und West musikalisch zusammen.

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Melanie C präsentiert Live-Hits auf DVD

Hamburg (dpa) - Das Ex-Spice-Girl Melanie C steht schon seit Jahren fest auf eigenen Beinen. Mit ihren drei Solo-Alben hat die Britin bewiesen, dass sich schmeichelnde Pop-Melodien und eine Stimme, die eigentlich für den Rock gemacht zu sein scheint, zu solidem Mainstream-Pop auf hohem Niveau verbinden lassen.
Jetzt hat Ex-Sporty-Spice zur Abwechslung eine DVD veröffentlicht, auf der sie ihre «Live Hits» präsentiert. Das Konzert wurde am 31. August 2006 im Londoner The Bridge mit geladenem Publikum aufgenommen. Man hat dabei die Wahl zwischen hart und laut beim «Electric Set» und unplugged beim «Acoustic Set». «Next Best Superstar», »Beautiful Intentions» oder «First Day Of My Life» standen auf dem Programm.
Als Mitglied der Girl-Group Spice Girls zählte Melanie C Mitte der 90er Jahre zu den populärsten und erfolgreichsten Popstars weltweit. In der Rolle der Sporty Spice - des sportlich-legeren Spice Girls - läutete die Sängerin aus Liverpool gemeinsam mit ihren Kolleginnen eine kleine Revolution in der Popwelt aus, indem die Spice Girls ordentlich am Frauenbild im Pop rüttelten. Die fünf Mädchen brachten Selbstbewusstsein, Glamour und Sex-Appeal unter einen Hut und verkauften mit diesem Konzept Millionen Tonträger.
Das Bild von der selbstbestimmten Künstlerin ist auch nach dem Ende der Spice-Girls-Ära bei Melanie C nicht ins Wanken geraten. Statt für Skandale zu sorgen, lediglich mit Äußerlichkeiten zu brillieren oder nur noch die Klatschspalten zu füllen, vertiefte sich Melanie C ganz in ihre Arbeit als Musikerin und veröffentlichte drei äußerst erfolgreiche Alben, die nur so vor UK-Hitsingles strotzen. Im Frühjahr 2007 soll das vierte Album von Melanie C erscheinen.
www.melaniec.de
www.warnermusic.de

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Steppender Pinguin: Soundtrack zu «Happy Feet»

Hamburg (dpa) - Einem eher rundlich-mopsigen Pinguin das Tanzen beibringen - auf die Idee muss man erst einmal kommen. Der amerikanische Stepptänzer und Broadway-Star Savion Glover lieferte in George Millers großartigem Anmationsfilm «Happy Feet» die realen Vorlagen und Choreografien, die dann mit dem «Motion-Capture»-Verfahren digitalisiert und vervielfältigt wurden.
Schließlich swingen tausende Pinguine wie eine schwarze Welle im Takt von Freddie Mercurys «Somebody to love», gesungen von Brittany Murphy. Großes Kino. Großer Song.
Miller und sein vielköpfiges Team brennen ein visuelles Feuerwerk ab: Eine Horde Jungpinguine stürzt sich jubelnd per Kopfsprung von einem turmhohen Eisberg in das blaue Meer, es entspinnt sich ein fantastisches Unterwasser-Ballett, mit Stafetten und Pirouetten, dass einem fast schwindlig wird. Dazu läuft «Do it again» von den Beach Boys, und die ganze Sequenz strahlt in einem fast surrealen Anstrich.
Ohne Pathos-Pop und Surf-Beats geht gar nichts in diesem Eisschollen-Musical, und so macht der fetzige Soundtrack auch richtig Spaß. Die Party-Pinguine machen die Polarnacht zum Tag.
Es geht furios los mit Prince und seinem funkigen, neuen Song «The Song of the Heart». Fett groovt der Bass, die Show kann beginnen. Pink meint frech «Tell me something Good», Stevie Wonders Kracher «I Wish» geben die drei stimmgewaltigen Ladys Patti LaBelle, Yolanda Adams und Fantasia Barrino zum Besten. Pretenders-Sängerin Chrissie Hynde ist ebenso dabei wie die amerikanische Singer/Songwriterin k.d. lang.
Sehr schön auch Nicole Kidman mit «Kiss» von Prince, gefolgt von Hugh Jackman, der sich an «Heartbreak Hotel» versucht. Richtig schräg wird es, wenn Robin Williams mit seiner Latino-Version von «My Way» übers Eis schliddert.
www.happyfeet-derfilm.de
www.happyfeetmovie.com
www.warnermusic.de

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The Blinding EP: Pete Doherty macht auch Musik

Bei Pete Doherty liegen Genie und Wahnsinn nicht weit voneinander entfernt. Zuletzt erboste er seine deutschen Fans und die "Katastrophentouristen" mit der Nichtanwesenheit seiner Band, den Babyshambles, bei der Deutschland-Tournee.
Das erste Konzert wurde erst wenige Stunden vor dem Auftritt verschoben, weil Doherty angeblich seinen Pass verloren hatte. Am Tag vor dem Nachholkonzert wurde der Skandalrocker dann einmal mehr verhaftet und die gesamte Tour aus "logistischen" Gründen um ein weiteres halbes Jahr verschoben. Kurz: Die deutschen Fans wurden auf eine harte Probe gestellt.
Fast schon wie eine Wiedergutmachung sieht die am 8. Dezember erscheinende "Blinding EP" der Babyshambles aus und zeigt einmal mehr, dass Doherty nicht nur mit Drogenexzessen von sich reden macht, sondern auch noch gute Songs schreiben kann: Fünf Stücke, jedes für sich ein kleines Meisterwerk.
Titeltrack und Opener "The Blinding" kommt mit den typischen Babyshambles-Charakteristika daher: ein bisschen schnoddrig, ein bisschen dissonant und doch ein klassischer Rock-Song. Abwechslungsreich geht es mit der Ballade "Love You But You're Green" weiter. Pete Doherty wird hierbei von mehreren Hintergrund-Sängern begleitet, die den Song zu einem Glanzstück der EP machen.
Wenn Doherty in dem sommerlich-leichten Reggae-Stück "I Wish" "Got No Money In My Pocket" singt, wird bei den Hörern die Frage aufgeworfen, wofür der Gute sein Geld denn ausgibt: Für Ferraris oder doch nur für Drogen? "Beg, Steal Or Borrow" hätte locker auch ein Stück der Babyshambles-Vorgänger, den Libertines, sein können. "Sedative" schlägt wieder ruhigere, fast schon nachdenkliche Töne, an, die aus der Feder des 27-jährigen Doherty eher überraschen.
Die "Blinding EP" ist vielleicht nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, zeigt aber, dass mit Pete Doherty noch zu rechnen ist. Er ist einfach einer der talentiertesten Songwriter, den die britische Insel zu bieten hat. Bleibt nur zu hoffen, dass er das auch bleibt.
Mehr Infos unter
www.babyshambles-music.de
www.babyshambles.net
www.emimusic.de

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Gwen Stefani: „Musik darf nicht langweilen“

„Odl lay odl lay odl-oo.“ Wie bitte? Genau. Mit exakt dieser Zeile beginnt „Wind it up“, die neue Single von Gwendolyn Stefani. Die jodelt jetzt, die Gwen. Doch damit nicht genug. Im Video zu dem Song, der natürlich auch auf „The Sweet Escape“ drauf ist, dem zweiten Solo-Album der No Doubt-Sängerin, ist die stets verwandlungswillige 36-jährige sogar als Nonne zu sehen. „Warum sollte ich nicht jodeln“, fragt Gwen. „Das ist doch gar nicht so verrückt, und ich verstehe die Aufregung der Leute nicht, die jetzt meinen, wie könne ich das denn machen. Ich finde jedenfalls nicht, dass das dämlich, sondern cool klingt.“ Den Almgesang habe sie schon immer drauf gehabt. „Ich halte mich nicht unbedingt für eine gute Sängerin, aber eine gute Jodlerin bin ich seit meiner Kindheit. Eigentlich ist mir wurscht, ob jemand anderes auch mein Gejodel mag. Ich liebe es, und das reicht mir.“ Passt schon, Gwen. „Ich staune selbst, wie gut die Platte geworden ist“, sagt Stefani, „sie hat tatsächlich wieder eine vollkommen andere Stimmung als „Love, Angel, Music, Baby“, nicht so retromäßig, sondern sehr zeitgemäß.“ Und natürlich irre tanzbar. Einige der Lieder waren noch übrig von den Aufnahmen zum ersten Album, aber wie Ausschussware klingen sie nicht. Zwar kann das auch ganz schön anstrengend, bisweilen gar leicht nervtötend sein, den vielschichtigen Sounds, ständigen Tempowechseln und schrägen Beats in Liedern wie „Yummy“ oder „Now that you got it“ zu folgen. Aber zum Luftholen gibt es auch immer mal wieder melodische Stücke. Besonders hübsch gelungen ist auch „Early Winter“, eine dramatisch-traurige Zusammenarbeit mit der britischen Band Keane. „Ich habe immer noch Lust, mich kreativ auszutoben und Sachen mit meiner Musik zu machen, die du sonst nirgendwo hörst“, fasst Stefani ihr Anliegen zusammen. „Musik darf alles. Sie darf nur nicht langweilen.“ Steffen Rüth


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Staumeldungen besser als Robbie

Musik im Auto zu hören, ist ja selten ein Fehler. Sofern es fährt. Musik in einem stehenden Auto zu hören, noch dazu in einem, in dem es immer heißer und stickiger wird, ist ätzend. Aber genau diese Prozedur mutet EMI, die Plattenfirma von Robbie Williams, allen zu, die sich "Rudebox" anhören wollen, das jüngste Werk des immer noch ertragreichsten Gauls in den Stallungen des Konzerns.
Also trifft man sich an einem heißen Spätsommertag vor der Konzernzentrale in Köln, gibt Taschen, Telefone und Gehirn ab, um dann in den so genannten "Rudevan" zu kriechen, in dem Fenster und Türen zubleiben müssen (könnte sich ja von draußen einer anschleichen und mitschneiden) und auf dessen Fahrersitz eine angemietete Hilfskraft den Eindruck erweckt, als habe sie nie zuvor mit einer CD im Autoradio hantiert. Und so hören wir "Rudebox", dieses "dreckige, fiese bassgetränkte Elektro-Funk-Pop-Monster" (Zitat Firma), dann "Viva Life on Mars", ein entfernt an den Schottencountry der Proclaimers erinnerndes, wenig einprägsames Lied, dann die Verkehrshinweise um 11.30 Uhr.
Als nächstes - inzwischen läuft wieder Robbie - denkt man "Oh, die Scissor Sisters", denn "Lovelight" klingt nach glattpolierter Disco, was immerhin eine neue Facette darstellt. Ganz übel wird es gleich danach, denn der Neuaufnahme von Manu Chaos "King of the Bongo" fehlt jeglicher Esprit, das von den Pet Shop Boys produzierte "She's Madonna" hört sich nach einem Lauaufguss von "Rent" an, ist aber noch besser als die andere PSB-Nummer "We're the Pet Shop Boys", in der Williams irgendwie zu fehlen scheint. An dieser Stelle hüpft die CD ziemlich rum, was den Mittag im Kölner Mediapark nicht eben angenehmer gestaltet, und es laufen mit "Keep on" (vergessen), "Good Doctor" (früher Beck) und "The Actor" (Electroclash) Songs, die den Hörer den Staumeldungen um kurz nach 12 Uhr entgegenfiebern lassen. Aber selbst auf den Straßen ist nichts mehr los.
Durchaus hübsch ist dann die von William Orbit produzierte Coverversion von "Louise" geworden, einem Achtziger-Hit der Human League. "Rudebox" wird der Williams'schen Karriere, die mit den jüngsten Stadionkonzerten ihren Höhepunkt erreicht und überschritten zu haben scheint, zwar keinen unbedingten Schaden zufügen, zumal der 32-Jährige sich momentan ziemlich zurückgezogen hat (Depressionen? Medikamentensucht? Kein Bock mehr?). Die Platte wird ihm aber auch keine neuen Türen öffnen. Allenfalls dient "Rudebox" als Versuchsballon, ob Robbies Anhänger die noch stärkere Betonung auf 80ies-Pop schlucken. Ganz interessant wird das Werk noch gegen Ende. Die Doppelnummer "The 80s/The 90s" behandeln Adoleszenz und beruflichen Werdegang dieses großen Kindes, woraufhin sich der damalige Take That-Manager Nigel Martin-Smith falsch dargestellt sah, mit Klage drohte und die EMI dazu veranlasste, den Text verändern zu lassen. Recht gerne hätten wir abschließend auch noch den Hidden Track "Dickhead" gehört, aber die Vorführerin fand ihn nicht. Steffen Rüth

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